Beiträge von Erdna

    Servas,


    zunächst erstmal sorry. Dafür, dass ich Dich mit einer Clickbait-Überschrift zu diesem Beitrag gelockt habe. Habe ich mal irgendwo gefunden, vergessen und gerade wieder entdeckt. Ist aber vermutlich immer noch aktuell. ;)


    Es soll vereinzelt Motorradfahrer geben, die noch nie im Leben eine laute Tüte an ihr Motorrad geschraubt haben. Ich behaupte: Sofern sie nicht weiblich oder sogenannte Späteinsteiger sind, ist das schlicht und ergreifend widernatürlich.


    Für den Beweis dieser These ist es leider unumgänglich, etwas weiter auszuholen. Ich werde aber versuchen, mich kurz zu fassen. Schauen wir uns zunächst einfach mal um. Eine naheliegende Quelle für die Feldforschung sind Internetforen. Hier trifft man ohne großen Aufwand zahlreiche Mitglieder der Zielgruppe und deren Verhalten ist recht ungezwungen. Ich staune inzwischen nicht mehr, wenn ich dort Diskussionen über Auspuffanlagen mitverfolge; denn da spielen der mögliche Leistungsgewinn oder Gewichtsvorteil eine eher untergeordnete Rolle. Die am häufigsten gestellte Frage lautet stattdessen: "Wie klingt sie?" Und das sichere Todesurteil: "Die ist kaum lauter als die Serie." Viele Anbieter sind deshalb dazu übergegangen, Soundfiles ihrer Produkte ins Netz zu stellen. Leistungskurven findet man seltener. Deutlich erkennbar ist auch der Zusammenhang mit der Altersstruktur der Forumsteilnehmer. Auch wenn sie nie ganz verschwindet - die Vorliebe für Lautstärke scheint in der Jugend sehr weit verbreitet zu sein und mit dem Alter abzunehmen.


    Wenn solche Phänomene auftreten, lohnt sich ein Ausflug in die Verhaltensforschung. Während selbst die wildesten Raubtiere ihre Beute recht einsilbig töten, wird es bei innerartlichen Raufereien fast immer sehr laut. Und da kann ein besonders imponierendes Gebrüll nicht nur den Kampf entscheiden, sondern bereits im Vorfeld einen weniger stimmgewaltigen Rivalen zum Rückzug bewegen. Jane Goddal hat eine Beobachtung beschrieben, die so amüsant wie aufschlussreich ist. In dem Schimpansenrudel, das sie erforschte, fand ein noch halbwüchsiger Affenbursche einige leere Wasserkanister. Er hatte natürlich nichts besseres zu tun, als sofort zum Rudel zurückzulaufen und dabei zwei Kanister aneinander zu schlagen. Es schepperte und hallte gewaltig zwischen den Bäumen. Der junge Mann fand schnell Gefallen an dieser Beschäftigung und ganz besonders gefiel ihm die Reaktion der anderen Affen. Die machten sich nämlich vor Angst fast in die Hosen. Selbst das Alphamännchen, das sonst jede Gelegenheit nutzte, den potentiellen Nachfolger rabiat zu schikanieren, traute sich nicht, dem dreisten Treiben Einhalt zu gebieten.


    Ganz offensichtlich bedeutet also die Fähigkeit, lauter als andere zu sein, einen entscheidenden Vorteil, wenn es um die Rangordnung geht. Und ein vorderer Platz in dieser Ordnung führt zu einem größeren Fortpflanzungserfolg. Richtig, es geht, wie immer in der Evolution, um Sex. (Jetzt, liebe Kreationisten, werde ich es schreiben, weil ich weiß, daß ihr hier nicht mitlest: Natürlich wurde die Welt vor ungefähr 6000 Jahren an sechs Tagen erschaffen. Aber ich bin nun mal Teil der weltweiten Verschwörung, die euch vom rechten Weg abbringen soll. Und ich mache hier nur meinen Job.)

    Eine naheliegende Schlussfolgerung wäre also, daß wir alle einer langen Selektionskette von Krawallbrüdern entstammen. Wir würden zwar einen Fehler begehen, wenn wir diese Fähigkeit zum einzigen Kriterium für den Fortpflanzungserfolg erheben würden, aber ein mindestens ebenso großer Fehler wäre es, ihr die Rolle abzusprechen, die sie, tief in unseren Genen verankert, auch heute noch spielt.


    In unseren großen innerartlichen Konflikten, den Kriegen, war es noch bis vor kurzem üblich, sich mit Gebrüll auf den Feind zu stürzen. Grauenhafte Töne aus Dudelsäcken oder das rhythmische Schlagen großer Trommeln sollten dem Gegner den Schneid abkaufen. Daß die heutigen technisierten Kriege, die mit weitreichenden Waffen über große Distanzen geführt werden, solche Maßnahmen nicht mehr notwendig machen, wird sich, wenn überhaupt, erst im Laufe vieler Jahrtausende auf unser Genom auswirken. Aber auch im Zivilleben ist es kein großes Problem, Mitmenschen zu beobachten, die, wie unser Affe weiter oben, technische Hilfsmittel mit dem Ziel benutzen, ihre Umwelt durch Lärm zu beeindrucken. Wenn ein Auto an uns vorbeifährt und wir ein dröhnendes Bummbumm aus dem Kofferraum hören, können wir mit signifikant hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen, daß da eine ältere Dame am Steuer sitzt. Und der junge Mann, der das Auto fährt, schätzt ganz sicher mindestens ebenso die Aufmerksamkeit, die er erregt, wie den hirnlosen Schrott, den er für Musik hält. Jetzt sind wir wieder so dicht an den lauten Auspuffanlagen, daß ich keine Wahl mehr habe. Bringen wir es hinter uns: Der Sound einer offenen Tüte soll der Umwelt die Ankunft eines wilden, zu allem entschlossenen Kerls signalisieren. Darum geht es.


    Daß ein solcher Auftritt besonders für junge Männer wichtig ist, liegt daran, daß sie von ganz unten kommen und ihren Platz in der Rangordnung noch nicht gefunden haben. Männer in höherem Alter sind da in der Regel schon deutlich entspannter. Sie haben lange genug gekämpft und sich mit ihrer Umwelt arrangiert. Jetzt gilt es nur noch, ab und zu das Erreichte zu verteidigen. Dazu kommt die allmähliche Ausbildung der Spiegelneuronen im Frontalhirn. Diese sind sozusagen die biologische Entsprechung des schönen Satzes: "Was du nicht willst, daß man dir tu...." In der Regel dauert dieser Prozess von der Geburt bis zu seinem Abschluß ca. 30 bis 35 Jahre. Erst dann sind die meisten Menschen zu Empathie fähig. Der durchschnittliche Zwanzigjährige weiß zwar, daß er etwas Verbotenes tut, aber er kann die ganze Aufregung innerlich noch nicht wirklich nachvollziehen - zumindest solange nicht er durch den Lärm anderer gestört wird. Er wird weiterhin, ohne sich groß über die Gründe im Klaren zu sein, einem mächtigen Instinkt folgen müssen. Und wir werden es, wie einst unsere Väter, sehr schwer haben, ihn davon abzuhalten. Soviel dazu.


    :saint:

    Aus dem alten Forum vom 30.06.2019


    Servus,

    nachdem ich gestern gegen 21:00 vor der Flimmerkiste auf der Couch eingeschlafen und heute um 04:30 wieder aufgewacht bin, stellte sich die Frage ob ich erneut die Hitze aussitzen oder lieber in teilweise kühlere Regionen aufbrechen will...


    Gestern habe ich übrigens mit einem Kollegen an Scarlett geschraubt, die nochmal anderes Öl (15W50) bekommen und deren Schalthebel leicht verstellt wurde. Daher gabs ein paar Bier und meinen letzten Rest an Poli Grappa haben wir auch vernichtet. Kurz drüber nachgedacht, aber nach Bassano del Grappa wollte ich nicht wirklich, aber in der zollfreien Zone Livigno kenne ich einen Laden, der den Stoff auch führt. Und schon war die Schnapsidee-Tour geboren: schnell übern Arlbgerg hüpfen, bei Imst ins Ötztal abbiegen und früh das Timmelsjoch unter die Räder nehmen. Geschwind weiter und etwas Handgelenkstraining in den Spitzkehren des Stilfser Jochs, an der anderen Seite in Bormio abbiegen Richtung Forcola di Livigno und über den Bernina- und Albulapass zurück nach Hause. Ziemlich exakt 600km lt. Basecamp. Egal. Ich habe ja Zeit.


    Nochmal schnell aus dem Fenster geschaut, sieht gut aus.


    Also ab unter die Dusche, aufrödeln und los gehts, um Zeit zu sparen bis vor den Arlbergtunnel auf der A14, bzw. S16. In St. Christoph hat noch nichts auf, daher gibts keine braune Brühe. Hmpf... Immerhin ist es angenehm kühl um Viertel vor Sieben.

    Nach einer Tschick gehts den Arlberg runter und direkt wieder auf die Autobahn. Keine Lust aufs Hahntennjoch. Hinter Imst biege ich ins Ötztal und denke mir: schon etwas frisch hier. Es ist sogar kalt und ich überlege kurz, ranzufahren und noch ein Langarm-Shirt drüberzuziehen. Entscheide mich aber dagegen, das muss ich nachher eh nur wieder ausziehen. Also weiter bis Sölden, kurzer Tank und Tschick-Stop und um exakt 08:08 beginne ich die Auffahrt zum Hochgurgl und dem Timmelsjoch. Herrlich, es ist nichts los. Komisch aber auch an einem Sonntagmorgen.


    Scarlett verschluckt sich beim Gangwechsel nicht einmal und entsprechend hänge ich auch ganz gut am Gas. So macht das Spaß. Bis zur Mautstelle. Inzwischen kostet der Spaß 14,-- für ein Motorrad und die einfache Fahrt. Der Blick ins Tal ist noch einen kurzen Stop wert:


    Die Straße ist perfekt präpariert und auch ausreichend galvanisiert. Allerdings ist nicht mehr viel Eis übrig und die Fahrt bis zum Passo rombo ist auch viel zu schnell vorbei. Dafür entschädigt die Aussicht.



    Bevor noch irgendein Genussbremser auf die Idee kommen könnte, vor mir zu fahren, sprinte ich zurück zu Scarlett und bin schon wieder unterwegs. So alleine auf weiter Flur ist das wirklich ein tolles Fahren. Ich glaube, wenn ich ingesamt fünf andere Fahrzeuge auf dem Weg nach St. Leonhard im Passeier überholen muss, ist das schon zu viel und so kann ich mich schön austoben. Leider ist auch dieser Spaß dadurch allerdings viel zu früh schon wieder vorbei. Als ich überlege, nochmal schnell hochzufahren kommt mir eine Kolonne aus ca. 20 PKW und Mopeds entgegen, deren Anführer eindeutig in die Genussbremser-Kategorie fällt. Bergauf. Der Plan ist damit hinfällig. Leider hat der Brückenwirt auch noch nicht auf, so langsam hätte ich wirklich Bedarf an brauner Brühe und vielleicht einem Snack. Kurz vor Meran kommt aber in einer Kurve ein kleiner Kiosk, der - wie ich weiß - extrem guten Kaffee vercheckt. Da wird sich bestimmt auch noch was zu essen finden lassen.


    Ich schwimme also mit dem zunehmenden Verkehr Richtung Meran und gegen ziemlich exakt 09:30 schlage ich beim Kiosk Tanner in Tirolo auf, ordere eine extragroße Tasse braune Brühe und klaue mir eine Tirolerwurst. Mann, ist die lecker. Ich würde gerne ein paar mitnehmen, aber da ich noch min. 10 Stunden vor mir habe, werden die vermutlich im Laufe des Tages im eigenen Saft gegart und ich verzichte leider. Übrigens: Kostenpunkt für eine geile Wurst und einen großen Kaffe hier: €3,20! Nur zu empfehlen hier Pause zu machen anstatt in irgendeiner Tourifalle...

    Weiter gehts, durch Meran muss ich leider durch. Ist aber gar nicht so schlimm, Meran duftet immer so schön nach irgendwelchen Blüten. Schlimm wird es allerdings hinter Meran, denn irgendwelche Fundamentalisten christlicher Art müssen keine Ahnung welche-Prozessionen durchführen und sorgen damit für Straßensperrungen. Die Motorradfahrer (und auch ich) ballern natürlich an den PWK-Kolonnen vorbei bis es irgendwann nicht weitergeht. In der Ferne meine ich jemanden eine Glocke läuten und "Schande" oder sowas rufen zu hören, entdecke aber keine nackte Monarchin. Dafür bin ich in einem Pulk aus Harley-Fahrern aus der Schweiz gefangen und mache die Musik lauter. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei...


    Es geht tatsächlich irgendwann weiter und bis Spondinig habe ich durch geschicktes schlängeln und vordrängeln den letzten Harley-Fahrer hinter mir gelassen. Inzwischen ist es ordentlich war geworden und Scarlett hat sich schon das eine oder andere Mal beim Gangwechsel in und aus dem 2. verschluckt. Soviel also zu der Therorie, dass das Problem behoben sein könnte. In Gomagoi lege ich den nächsten Kaffestop ein, einen Liter Wasser verdampfe ich auch nebenbei.



    Nach 20 Minuten bin ich mir sicher, dass keiner der schweizer Harley-Gruppe von eben sich durch die Serpentinen des Stilfser Joch wagen wird und sattel wieder auf.


    Bis zum Ristorante Rocca Bianca läuft es erfreulich flüssig, lediglich eine kleine Gruppe tschechischer Fahrer ist entweder ehrfurchtsvoll oder mutlos (oder beides) und weiß nicht so recht, wie sie sich hier verhalten sollen. Also kassiere ich sie ehe sie Getriebeschaden buchstabieren können. Lediglich einer nimmt die Herausforderung an und setzt sich später in einer kleinen Knubbelbildung wieder vor mich. Ab jetzt wird zwangsgerudelt und wir sind eine bunte Mischung aus Italien, Scheden, Österreich und Tschecien. Leidglich eine Audi A3-Fahrerin versagt in einer Kehre und muss zweimal zurücksetzen, wird aber mit Applaus bedacht, als sie es schließlich schafft! Oben angekommen denke ich "Das war jetzt gar nicht mal so schlimm"... auch wenn diese Strecke Ende Juni zu Fahren natürlich die zweite Schnapsidee ist.



    Oben ist HÖLLE HÖLLE HÖLLE und ich sitze nur kurz ab, um Ersatz für den letztens beim kärchern weggeflogenen Aufkleber zu besorgen und kurz ein paar Beweisfotos zu schießen.


    Hinunter geht es wieder entstannt und zügig, ob der Abkühlung muckt auch Scarlett erstmal nicht wieder rum. Selbst die Ampel vor dem Tunnel schaltet exakt in dem Moment auf Grün, als ich den Zweiten in der Warteschlange davor überhole und so düse ich einfach vorbei und übernehme die Pole. Bis hinuter nach Bormio ist das ein Arschgeiler ritt, der nur einmal durch einen leicht störenden Kastenwagen etwas verzögert wird.


    In Bormio biege ich ab in Richtung Isolaccia, wo ich gedenke ein leichtes Mittagessen zu mir zu nehmen. Aber nicht wieder da, wo mir letztes Jahr so eine American Pizza Schnitte von LIDL als Pizza verkauft werden wollte, was fast im Eklat endete - sondern einfach einfach eine Pinte weiter, die weithin sichtbar mit selbstgemachter Pasta werben. Immerhin: mein Plan geht auf und innerhalb kurzer Zeit inhaliere ich nicht nur vorzügliche Spaghetti Carbonara,

    sondern auch noch insgesamt drei Espresso und einen halben Liter Wasser. Die Rechnung von 13,-- runde ich großzügig auf und weiter geht es gestärkt in Richtung Trepalle über gut ausgebaute Kurven und einige kleinere Serpentinen.


    Trepalle ist ein herrliches Plätzchen, aber ich will trotzdem weiter. Nicht, dass mir noch jemand die letzte Flasche Grappa weggkauft... also geht es die Forcola di Livigno entlang


    bis zur Forcla di Livigno und meinem Schnapsdealer. Mein Lieblingsgrappa

    ist tatsächlich vorrätig und wird sofort eingesackt. Zusammen mit Scheins-, Rinds- und Pferdesalami. Ich liebe dieses Zeug. Vor lauter Glückseligkeit vergesse ich tatsächlich in der steuer- und zollbefreiten Zone zu tanken und biege schon bald auf den Berninapass.

    Beim Hospiz ist alles gerammelt voll und ich dübel durch. Leider erhasche ich auch dieses Mal keinen Blick auf den Bernina-Express. Irgendwann wirds wohl nochmal klappen... Also weiter Richtung bis Pontresina zum deutlich teureren Betanken von Scarlett und dann hopp hopp bis nach Le Punt, wo ich zum Albulapass abbiege. Auch hier hält mein Ampelglück und wieder kann ich mich vor eine Gruppe vierrädriger Störfaktoren setzen und einfach durchblasen. Was allerdings mit 80 km/h relativ relativ ist. Schön ist es trotzdem und Spaß macht es auch.

    Leider gibt es keine Aufkleber fürs Topcase mehr, deswegen muss noch ein Bild vom Albula-Hospiz reichen.

    Schweizer Franken sind wie immer Mangelware, daher genügt ein Schluck aus der inzwischen lauwarmen Flasche aus dem Topcase. Bäh. Schnell weiter. Je tiefer ich komme um so wärmer wird es. Durch die Lenzerheide und vorbei am Heidsee

    lässt es sich noch halbwegs aushalten, aber bei Churwalden hält mir permanent irgendeine sphärische Entität, die ich als Pastafari scheinbar verägert habe, einen unsichtbaren Fön auf höchster Stufe ins Gesicht. Wurgs. Scarlett findet das auch nicht toll und bedankt sich mit vermehrten Schalten in den Leerlauf anstatt den zweiten Gang. Also wieder Zwischengas... geht schon.


    In Chur ist der Fön dann durch einen geöffneten Backofen ersetzt, ich fahre inzwischen mit hochgeklapptem Helm und will nur noch schnellstmöglich heim. Garmin sucht sich genau diesen unkonzentrierten Augenblick aus und lotst mich auf die schweizer Autobahn, für die ich immer noch kein Pickerl habe. Danke Garmin! Ob der Hitze es es mir aber auch egal, zahle ich halt eine Jahresvignette. Kurz vor Landquart überlege ich es mir doch nochmal anders, ich stehe nämlich im Stau. Allerdings ist die Ausfahrt nur einen knappen Kilometer entfernt und so mogel ich mich über den Standstreifen von der Autobahn. Jetzt ist es zum Glück nicht mehr weit und sobald ich von der Autobahn herunter bin, bekomme ich auch wieder etwas Fahrtwind. Heißen, aber besser als keinen.

    Ich beschließe das Schicksal herauszufordern und fahre über Maienfeld. Dort hat es einen tollen, kühlen Dorfbrunnen, den ich schon von früheren kritischen Kühlaktionen kenne.

    Kurzentschlossen stecke ich den Kopf in den Brunnen. Das tut gut! Auch mein KKT Buff wird einmal großzügig getränkt und sorgt zumindest für die nächsten knapp 20 Minuten für ordentliche Verdunstungskühlung. Weiter also Richtung Luzisteig, wo vor knapp 3000km und nur wenigen Wochen Scarlett´s Lichtmaschine implodiert ist. Ich zwinge sie hindurch, und bald schon reiten wir Vaduz entgegen. Von hier ist es nicht mehr weit!


    Wir reiten locker mit 50,60,80,60,50 km/h Richtung Feldkirch. Hier hat auch noch jemand den Grill des Backofens eingeschaltet. Ich will nur noch weg und biege mal wieder auf die Autobahn - in der Hoffnung, im Ambergtunnel die verbliebene Restfeuchtigkeit in Helm, Haar und Buff nochmal etwas runterkühlen zu können... der Plan geht tatsächlich auf, es ist herrlich kühl. Ob der aus einem Stop in einer der Pannenbuchten resultierenden Unannehmlichkeiten beschließe ich allerdings, dies lieber zu lassen und nach der 100er Zone nochmal etwas Gas zu geben Und erreiche immerhin 138km/h bei erlaubten 130, bevor ich mich bei Hohenems von der Autobahn verabschiede und direkt meinen Lieblings-Biergarten, das Walhalla-Stüble in Lustenau anlaufe, um ein Vor-Stiefelbier zu mir zu nehmen. Prost!


    Unter den Kastanien ist es zwar angenehm kühl, aber Scarlett will nach Hause. Noch nichtmal an die Tränke oder Duschen will sie noch... also gehorche ich und nach ziemlich exakt 600km und knapp 13 Stunden sind wir wieder zu Hause. War stellenweise zu war, aber trotzdem eine tolle Tour! (Kilometer weichen wegen billigem GPS-Chip leicht von der Realiät ab...^^)

    Dateien

    Samstag, 27.07.2019


    Nix. Keine Kirchenglocken, keine quiekenden Schweine, keine knatternden Harleys. Und auch kein Wecker. Den habee ich nämlich vergessen zu stellen... [Blockierte Grafik: https://community.kurvenkoenig…ets/png/1f609.png?v=2.1.4]

    Ich schlage also um 07:30 etwas später als gedacht die Augen auf und bin wunderbar erholt. So gut habe ich schon lange nicht mehr geschlafen, schon gar nicht in einem Hotel!


    Also schnell unter die Dusche gesprungen, die Klamotten zusammen gepackt und auf zum Frühstück.


    Der Kellner ist etwas überfordert mit meinem Kaffeekonsum, so kleine Tässchen inhaliere ich ja mit zwei Schlucken und er muss ein paar Mal laufen, bis mein Koffeeinbedarf gestillt ist. Kleiner Stilbruch: hier war eine Kapselmaschine im Einsatz. Sowas in Italien, das gibt Abzüge in der B-Note! ;)


    Ausreichend gestärkt verlagere ich meinen Standort auf die Terasse für die Tschick danach. Der Mont-Blanc versteckt sich leider hinter dichten Wolken, schade. Ichecke das Regenradar. Porca Misera! Dichte Wolkenmassen, viel Regen und Gewitter erwarten mich ab dem späten Vormittag bis zum Abend auf der gesamten Strecke... und ich muss ja auch noch zurück nach Aigle, um den Col des Mosses abzuhaken. Nach der Erfahrung gestern im Gewitter am St. Bernhard brauche ich nicht lange zu überlegen: bei solchen Witterungsbedingungen noch Furkapass, Lukmanierpass, San Bernardino, Julierpass und Flüela grenzt an Selbstmord. Hiermit ist dann der Granite Rider leider für dieses Mal beendet. Wenn ich viel Glück habe, schaffe ich es halbwegs trocken zurück und so wird die Route umgestellt. Also aufgesattelt und wieder durch den St. Bernard-Tunnel um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.


    Von Aigle nehme ich trotzdem den Col des Mosses mit, schlechte Entscheidung. Mehrere Baustellen sorgen mal wieder für eine Blechlawine in beide Richtungen. Hilft nichts. Erst hinter La Lécherette ist flüssiges Fahren möglich und hinter L´Etivaz habe ich dann auf einer schnellen Waldstrecke mit vielen links-rechts-links Kombinationen richtig Spaß. Da ich hier in der Wallachei nicht mit einer Tempokontrolle rechne, lasse ich ein wenig die Kuh fliegen bis nach Château-d´Oex, um über Rougemont und Schönried wieder nach Zweisimmen und ins Simmental vorzustoßen. Von hier aus geht es zurück nach Spiez, wo ich dieses Mal tatsächlich an der goldenen Möwe anhalte, allerdings nur um mir im Tankstellenshop direkt daneben ein Kaltgetränk zu erstehen.


    Ein weiterer Blick auf das Regenradar. Wenn ich mich nordöstlich halte, könnte sich das mit dem Wetter tatsächlich ausgehen. Also weiter Richtung Bern, durchs Emmental nach Luzern. In Luzern gibt es einen weiteren kurzen Tschick- und Trinkstop. Die Wolkenfront hat mich fast eingeholt. Zeit für Plan C: Autobahn, sonst wird das nichts. Natürlich ohne Pickerl, no risk, no fun! Trotz einiger Baustellen vor und hinter Zürich geht es ganz gut voran und nur einmal erwischt mich ein kleiner Guss, der aber nach zwei Minuten schon wieder vorbei ist. Über Winterthur, Frauenfeld und St. Gallen erreiche ich dann auch wieder den Bodensee und knapp 30 Minuten später gegen 17:20 schließlich Lustenau.


    Ca. eine Viertelstunde später fängt es an zu kübeln, hört auch die gesamte Nacht und bis zum aktuellen Zeitpunkt (Sonntag, 16:45) nicht mehr auf... Schwein gehabt.


    Auch wenn der Samstag leider zum Vergessen war und ich den Granite Rider immer noch nicht abgeschlossen habe, war doch der Freitag einfach toll. Abgesehen vom Gewitter am St. Bernhard natürlich, das gönne ich keinem. Samstag war nicht sehr spaßig, wenig Pausen und viel Strecke. Ingesamt waren es dann doch wieder fast 1200km in etwas weniger als 36 Stunden.


    Vielleicht starte ich ja dieses Jahr noch einen zweiten Versuch. Ansonsten bleibt die Tour halt auf der Liste für das nächste Jahr.

    Die ursprünglich geplante Route steht unter https://www.gpswerk.de/tourenplaner/teilen/cyXhJzFM zum Download zur Verfügung. Da kann man sie vermutlich einfacher im für das eigene Navi geeigneten Format runterladen.

    Inzwischen ist der Sohn des Eigentümers aufgetaucht, der hervorragendes Englisch spricht und mir empfiehlt, in der "Cantina Du Clou" zu essen, nur zwei Häuser weiter und berühmt für die lokalen Spezialitäten. Da bin ich doch mal gespannt und werde nicht enttäuscht.


    Als Primi Piatti wähle ich Gnocchi von blauen Kartoffeln mit einer Sauce aus Blauschimmelkäse und Aostaspeck. Geschmacklich ein Traum, auch wenn die Gnocchi für meinen Geschmack etwas zu lange gekocht waren.


    Als Secondi Piatti freue ich mich dann über Risotto mit leicht gedünsteten Zwiebeln und Kohl sowie haudünnen Scheiben Lardo, einem sehr fettigen Speck, der mit dem Risotto verschmolz und zu etwas noch geilerem fusionierte. Bestes Risotto ever!


    Nach zwei Gläsern Vino de la casa, einem Espresso und einem hervorragenden Grappa brauchte ich nach dem ganzen Tag auf der Maschine noch etwas Auslauf und legte einen kleinen Verdauungsspaziergang ein. Zuerst noch zur lokalen Gelateria für ein Eis (einen großen Nachtisch im Restaurant hätte ich nicht mehr geschafft) und dann durch die kleinen Gassen von Arvier hoch zum Castello di La Mothe.




    Um 22:30 bin ich zurück im Hotel, trinke auf der Terasse noch ein Glas Vino und einen Grappa und habe dann auch die nötige Bettschwere erreicht. Also ab aufs Zimmer, alle Fenster auf und in das hervorragende Bett gefallen bis...

    Servas mitanad,


    der Granite Rider steht jetzt schon sooo lange auf meienr To-Do-Liste und weil ich kurzfristig mal dringend ein paar Überstunden abbauen musste (bevor ich die Obergrenze reisse^^) informierte ich meinen Chef am Donnerstag über mein Nichterscheinen am Freitag. Wetter sah passend aus, also Donnerstag Abend Scarlett aufgerödelt um dann quasi als vertrauensbildende Maßnahme nach den Ausffällen der letzten Zeit endlich mal die knapp 1000km in der Schweiz unter die Räder zu nehmen.


    Freitag, 26.07.19


    Um kurz nach 6 geht das Rollo hoch. Das sieht schon ziemlich gut aus und ist auch noch angenehm kühl. Also Kaffeemaschine anwerden, unter die Dusche springen, Brötchen aufbacken und ganz in Ruhe frühstücken. Anschließend wird aufgerödelt und noch schnell der Tank vollgemacht, bevor es kurz nach 07:30 losgeht zu meinem Einstiegspunkt in die Tour: Appenzell im Appenzell. Über bekannte Strecken geht es über Altstätten zum Warmfahren erstmal den Eichberg hoch, über die Dörfer und das erste Zwischenziel, den Wasserfluhpass (der übrigens ziemlich unspektakulär ist) mal wieder nach Wattwil und in südlicher Richtung nach Glaurus und von dort weiter nach Linthal, dem Einstieg zum Klausenpass.

    Direkt am Anfang gibt es ein paar Serpentinen und enge Kurven, anschließend mäandert die Passstraße durch diverse kleine Dörfchen vor sich hin. Ziemlich entspannt zu fahren, erst kurz vor der Passhöhe folgen ein paar engere Straßenabschnitten mit einigen schnelleren Kurvenkombinationen (also schneller ist relativ, da ja Begrenzung auf max. 80km/h in der Schweiz gegeben ist^^) und wenigen Serpentinen unterhalb der Passhöhe, die um 10:45 rechtzeitig für die nächste Koffeintransfusion erreicht ist.



    Von hier aus kann man schon erahnen, dass die nächste Etappe wieder ein paar Spaßhäppchen zu bieten hat:


    Die Spaßhäppchen haben es allerdings in sich, denn teilweise ist die Straße ziemlich eng und an der Bergflanke geht es nur durch ein niedriges Gitter gesichert ziemlich senkrecht und ziemlich weit abwärts. Spaß macht das Kurvenräubern dank wenig Verkehr natürlich trotzdem, auch wenn dieser relativ schnell wieder vorbei ist, denn spätestens hinter Spiringen ist das auch nur eine weitere, etwas höher gelegene Landstraße ohne besondere Herausforderunge. Landschaftlich allerdings durchaus nett. Unten in Bürglen könnte man das Tell-Museeum

    oder die

    besichtigen oder seine Euro und Franken gegen diverse Souvenirgegenstände eintauschen, sofern man denn möchte. Ich möchte das nicht und mache mich lieber auf die nächste Etappe über Wassen in Richtung Sustenpass. Auch hier ist der Aufstieg nicht sonderlich fordernd, aber der Blick auf das Tal ist wirklich atemberaubend. Leider ist hier der Verkehr etwas dichter, deswegen wird ab ca. der Hälfte der Strecke zwangsgerudelt mit einer Varadero, einer Intruder und einer MT07. Die MT und ich setzen uns aber vor der Passhöhe von den anderen ab und schwingen ein wenig um die Kurven und Kehren, bis bald auch schon der Tunnel auf der Passhöhe erreicht ist.




    Nach nur einer Tschick geht´s dann auch schon wieder weiter und runter nach Gadmen und Innertkirchen. Immer wieder führt die Straße hier durch kurze Tunnels, die man kurzerhand in den Fels gesprengt hat.



    Weiter geht es am Brienzer See und Thurner See


    vorbei in Richtung Spiez, dem nächsten Zwischenziel. Keine Ahnung, was hier so besonderes sein soll. Vielleicht ist es ja das Restaurant "Zur goldenen Möwe" an der Abzweigung ins Simmental? Ich fahre jedoch weiter und bereue kurz darauf, nicht doch ein McEmmental-Menu zu mir genommen zu haben. Gefangen in einer langen Kolonne, viel Gegenverkehr und Überholverbote vermiesen temporär den Spaß etwas, die Geschwindigkeit variiert zwischen 30 und 40km/h. Viel später erspähe ich den Grund: drei altersschwache Wohnmobile führen die Kolonne an. Wenn die noch irgendeinen Berg hochwollen - na dann Prost Mahlzeit...


    Kurz hinter Boltingen lege ich an der Auffahrt zum Jaunpass mal wieder eine Tschickpause ein um die Batterien der Cams zu wechseln und den Inhalt der Skevees neu zu sortieren.


    Ein ebenfalls dort stehendes Auto der Kantonspolizei ignoriert mich bis zu dem Moment, in dem ich die Glut aus meinem Tschickstummel auf die Straße presse und den Stummel in der Hosentasche verschwinden lasse. Mit einem freundlichen "Gruezi" beamt sich auf einmal ein Gendarm neben mich und weist mich darauf hin, dass das Wegwerfen von Tschicks in der Natur nicht so gerne gesehen wird. Wegen Müll und Brandgefahr. Verwundert ziehe ich den Stummel wieder aus der Hostentasche und schlagartig schlägt die Stimmung um. Ich lasse meinen Müll nicht irgendwo in der Pampa zurück, was der Beamte gut findet und freundlich etwas Small-Talk startet. Ich erfahre dann auch von ihm, dass er und sein Kollege keine Geschwindigkeitskontrolle machen, sondern Mörder eines Polizisten in Italien suchen. Weiter oben am Pass stehen noch ein paar Kollegen mit MPs, erzählt er mir. Ich sattle also nach kurzem Gespräch wieder auf und tatsächlich, an einer Engstelle keine zwei Kilometer weiter werde ich durch einen Checkpoint gewunken. Die Schweizer passen gut auf, den Mörder nimmt man dann am gleichen Tag wohl noch in Italien fest.

    Nach dem Checkpoint habe ich dann Spaß am Jaunpässchen, bis ich auf einen überforderten Deutschen im Einstiegsklasse-SUV eines koreanischen Billiganbieters auflaufe. Mit 40km/h bremst er sich genüsslich den Berg hoch und benötigt ob seiner Überbreite beinahe zwei volle Fahrspuren. Zumindest gefühlt. Eine Kurve tue ich mir das an, dann kündige ich meine Anwesenheit mit einem kurzen Hupton an und setze zum Überholen an - was der Teutone mit einem weiteren Schlenker nach links quittiert und mich fast von der Straße drängt. Kopfschüttelnd sehe ich beim Überholen die weit aufgerissenen Rentneraugen und die fest auf 10 und 14 Uhr-Position in den Lenker gekrampften Hände. So kann man ja auch nicht vernünftig fahren... ich frage mich immer, warum die Menschen sich solche Strecken überhaupt antun, wenn sie sich dabei fast in die Hose kacken. Egal, weiter gehts zum Pass, mal wieder Zeit für braune Brühe.


    Nach dem Kaffe, einer Tschick und Aufkleberkauf ist auch der Rentner oben angekommen und startet durch auf mich zu, vermutlich seine Ehefrau hängt an seinem Ellenbogen und versucht ihn scheinbar mit "Hans, Hans, Hans, nicht!" davon abzuhalten, mich ob meines rowdyhaften Fahrverhaltens zur Rede zu stellen. Ich höre mir seinen Salmon von "Raser, gefährlich, enge Straße" an und schlage dann vor, er könne sich das gerne mal im Video anschauen. Das möchte er dann auch, also zeige ich ihm auf den Smartphone seine Fahrkünste. Seine Frau kann sich das Lachen nicht verkneifen, als ich ihm für seine nächste Ausfahrt den Besuch eines Verkehsübungsplatzes empfehle. Im Flachland. Zerknirscht schiebt er ab und ich mich wieder auf in Richtung Bulle, dem nächsten Zwischenziel.

    In Bulle ist eigentlich geplant, in Richtung Col des Mosses abzubiegen. Leider verhindert eine Straßensperrung dies erfolgreich und auch Garmin findet keine Alternative außer den Jaunpass zurück zu fahren und das Feld von hinten aufzurollen. Ein Umweg von mindestens zwei Stunden wäre mir sicher, also passe ich. In Aigle wäre das das Tagesziel für heute erreicht, zur Not fahre ich den Col des Mosses also einfach morgen. Denke ich da noch.^^


    Als Alternativroute fahre ich über Châtel-Saint-Denis und Montreux Richtung Genfersee.



    Leider sind die Wetteraussichten nicht gerade die Besten, in Aigle soll es nach einem kurzen Check des Wetterradars den ganzen Abend regnen. Auch Martigny ist von der Prognose her nicht wirklich besser dran, also reift in mir Plan B: rübermachen über den großen St. Bernhard und ins Aostatal. Gesagt, getan. Ich komme bis Bovenier, dann fängt es an zu Schütten. Und zu donnern und blitzen. Ich rette mich zu einer Tanke mit angeschlossenem Coop und überdenke bei einer Tschick und einem koffeinhaltigen Erfrischungsgetränk die Optionen. Das Regenradar zeigt eine kleine Lücke und tatsächlich lässt der Regen nach 20 Minuten nach. Das ist meine Chance! Denke ich. Falsch gedacht. Bereits 10 Minuten später schlägt bei Sembrancher das Gewitter gnadenlos zu. Da ich fast nichts mehr sehe muss ich die Geschwindigkeit deutlich reduzieren, was einen hinter mir befindlichen Peugeot leicht zum auszucken bringt. Dieser überholt mich in einer unübersichtlichen Kurve, knallt fast in den Hang und hat damit auf die harte Tour gelernt, dass ich nicht zum Spaß schleiche. Immerhin habe ich jetzt einen vor mir, an dem ich mich orientieren kann und mit immer noch 40 Sachen und deutlichem Abstand zum Peugeot schleichen wir dann den Berg hinauf, hinter uns haben sich auch noch zwei GS eingereiht, die aber respektvollen Abstand gehalten haben und schön versetzt gefahren sind. Triefend nass, aber immerhin unter der Membran trocken erreichen wir irgendwann den rettenden Tunnel und der Peugeot zeigt uns die Rücklichter. Hinter der Maustelle komme ich mit den beiden slowenischen GS-Fahrern ins Gespräch und einer teilt sogar Kaffee aus seiner Thermoskanne aus. Das ist gerade sehr willkommen, denn frisch ist es in den nassen Klamotten natürlich schon. Die beiden wollen ebenfalls runter nach Aosta, also fahren wir gemeinsam runter ins Tal; den Regen haben wir auf der schweizer Seite gelassen.


    Ich biege dort ab Richtung Arvier, in Aosta hat mich keins der halbwegs erschwinglichen Hotels so richtig geflasht. Inzwischen ist es wieder mukkelig warm und meine Kombi ist bald schon wieder fast trocken. Über Saint-Pierre und Villeneuve fahre ich nach Arvier, wo ich etwas abseits der Straße ein schnuckeliges Hotel erblicke. Fragen kostet nichts, also angehalten und rein in die Bude. Ein äterer Herr begrüßt mich freundlich, verneint aber lächelnd die Frage "Parliano tedesco?"... also versuchen wir es mal auf italienisch: "una camera singola per una notte?" - "Si, si". Glück gehabt. Mit Händen und Füßen einigen wir uns auf 50,-- für die Übernachtung inkl. Frühstück. Schwein gehabt.




    Das sieht doch ganz ordentlich aus. Sauber ist es auch, also alles richtig gemacht. Nach einer schnellen Dusche wird es höchste Zeit für einen Espresso und die Sammlung von Informationen, wo man denn hier gut zu Abend essen kann.

    Servas,


    der damalige Pilot Road 3 war auf der CBF 600 eine Katastrophe für mich. Hat hinten geschmiert, war nicht neutral und ziemlich kippelig. Der 4er ging so. Auf der 1000er CBF ist der Road 5 für mich das Nonplusultra für Herbst / Frühling und wenn er nicht so brutral abbauen und ausfransen würde, wäre er im Sommer auch eine Alternative zum Pilot Power 2CT. Allerdings kostet der asbach uralte PiPo einen Hunni weniger pro Satz und ist noch williger. Klar, war ja auch mal ein Rennreifen.^^


    Hat mich auf jeden Fall einige Sätze gekostet, bis ich die für mich optimalen Lösungen gefunden habe. Und sie ist sicherlich auch nicht allgemeingültig, noch nichtmal unter anderen CBF-Fahrern.^^


    lzG,

    André

    Kässpätzle? Da komme ich Euch glatt noch abholen! ;)


    Spaß beiseite. Nicht vergessen: Freitag Abend ist Käsknöpflepartie angesagt. Nicht, dass ihr dann keinen Hunger darauf habt.^^