Beiträge von Erdna

    Mit ner Z sollte das schon möglich sein. Machst halt den Scharping: laaaangsaaam. Darfst halt nur keine GS dabei haben, die fahren Kreise um Dich. ;)

    Samstag, 19.09.2020


    Ich habe gut geschlafen, da wir früh im Bett waren, bin ich aber auch früh wach. Also raus, die Gegend erkunden wenn alle anderen noch friedlich pofen. Ich liebe diese Stunde, die ich meistens ganz für mich habe und werde auch dieses Mal wieder nicht enttäuscht.






    Um kurz vor 7:00 treffe ich die anderen vor dem Hotel, die wollen natürlich auch noch ein paar Bilder machen. Dann geht es aber direkt zum ordentlichen Buffet. Kaffee schwärzer als die Nacht wird an den Platzt gebracht, Eier darf man sich in selber kochen. Leider gibt es keine Bedienungsanleitung und nur Didi traut sich, das Ergebnis nach 6 Minuten ist allerdings fragwürdig. In dem Zustand hätte ich das VIELLEICHT noch als Eggnog verwurstet, aber Didi ist taper, zieht das gesamte überwiegend rohe Ei stoisch mit etwas Salz und spült mit etwas brauner Brühe nach. Respekt!


    Da wir hier nur eine Nacht waren, geht das Aufrödeln schnell und um kurz nach Acht steht mir Markus der letzte zum Checkout an der Rezeption, wärend die anderen schon abfahbereit sind. Für mich noch die Gelegenheit für eine Tschick, dann heisst es Aufbruch. Die Planung sieht vor, über St. Moritz, Livignio, Bormio und das Stilfser Joch in Richtung Reschenpass zu dübeln, wo sich unsere Wege dann trennen werden. Doch erstens kommst es anders und zweitens als man denkt.


    Bereits auf den ersten Metern merke ich, dass mir die gestige arg holprige Auffahrt zum Maniva (in Verbindung mit den restlichen Kilometern der letzten Tage natürlich) nicht gut getan haben. Meine Bandscheiben in der Halswirbelsäule protestieren und am Molojapass merke ich, dass vernünftig in die Kurven reinschauen nicht funktioniert und weh tut. Merda!


    Ich quäle mich noch die Serpentinen hoch, oben bläst Michi eh schon zum Fotostop. Für mich ist die gemeinsame Reise damit leider bald zu Ende und das verkünde ich den Kollegen dann auch. Bringt ja nichts, Stelvio fahren zu wollen ohne vernünftig schauen zu können und Schmerzen zu haben.


    Fotos gibt es trotzdem noch, die melancholische Stimmung passt gerade gut.



    Entsprechend muss ich mich jetzt leider verabschieden, denn ich werde den schnellsten Weg nach Hause nehmen. Eigentlich will ich ja nicht, aber es hat halt nicht sollen sein. Für ein paar Kilometer übernehme ich nochmal die Führung am Silsersee vorbei und bis zum Silvaplanersee, wo ich links abbiege in Richtung Julierpass.


    Danke, Didi, Markus und Michi, für tolle Tage und geile Strecken gemeinsam mit Euch! Ihr seids wie indisches Essen, ich hab an Naan an Euch gfressen! ;)


    Der Rest der Heimreise verläuft entspannt, bei Thusis biege ich erst ab auf die Schnellstraße, dann auf die Autobahn bis nach Lustenau. Um 11:05 ist die tolle Tour dann qausi mit Erreichen der Waschbox auch beendet und Scarlett erhält nach 1982 tollen Kilometern dann die verdiente Dusche.


    Die Reifen sind so ein kleines Thema, hinten


    hat jetzt definitiv auch nach dem Schmieren zwischendrin keine weitere Existenzberechtigung, während vorne


    deutlich besser aussieht. Muss mich mal schlau machen, ob ich Road5 und Power5 mischen darf...


    Kurz darauf rolle ich dann in die heimische Garage ein. Nicht ganz das, was ich für den letzten Tag geplant hatte, aber was soll es. Stiefelbier ist Stiefelbier! ;)


    Didi, Michi und Markus sind auch wieder gut zu Hause angekommen und dürfen natürlich gerne ergänzen.


    Wie versprochen soll es aber auch noch etwas Videomaterial geben. Insgesamt sind weit über 200 GB zusammengekommen, daher beschränke ich mich an dieser Stelle einfach mal etwas .


    Best of Helmcam:


    Best of Drohne:

    Freitag, 18.09.2020


    Dieses Mal haben wir echt Glück: uns begrüßt schon wieder ein strahlend schöner Morgen.


    Erstaunlich: die Kaffeholikernation schlechthin schafft es nicht, mir freundlicherweise auch nur einen Espresso zu verschaffen bevor das Frühstück um 07:30 beginnt... das gibt Punktabzug in der B-Note :( Ich erwäge ernsthaft, bei zukünftigen Reisen einen kleinen Gaskocher und eine Bialetti einzupacken. Irgendwo findet sich bestimmt noch ein Plätzchen dafür.


    Dafür werden die Koffer bereits wieder an Scarlett angedübelt, die Drohne verladen und bis auf meinen Rucksack ist das Zimmer schon geräumt, damit es nachher schnell gehen kann. Ab 08:00 ist die Rezeption besetzt und es kann ausgecheckt werden... Immerhin lässt man uns dann in voller Mannstärke bereits um 07:29 ins Restaurant und somit auch in Reichweite einer Kaffeemaschine. Endlich braune Brühe!


    Wie gehabt ist das Frühstück gut, wir besprechen kurz den Tag. Heute wird es etwas anspruchsvoller, denn u.a. steht Maniva auf dem Programm. Die Jungs freuen sich schon auf´s Schottern, ich eher weniger. Aber ich greife vor... ;)


    Michi steht um Punkt 07:59 an der Rezeption und ist der erste, der das Offboarding einleitete. Didi und ich folgen direkt danach. Nur Makus trödelt mal wieder etwas, weil er sein Nutellapöttchen noch auslecken muss.^^


    Abfahrt um 08:14 war geplant, mit nur 5 Minuten Verspätung sitzen wir dann tatsächlich auf. Gentlemen, start your engines! Die letzte gemeinsame Tagesetappe beginnt.


    Wir starten heute mal direkt über die Kuppe des Monte Bodone und bereits nach wenigen Minuten halten wir für ein letztes Erinnerungsfoto. Schön wars.


    Schön geht es dann aber auch weiter, auch wenn wir die Straße runter zum Castel Madruzzo vom Vortag bereits kennen. Am schönen Lago di Tablino vorbei und bis Lasino läuft auch alles noch ganz flüssig, allerdings haben wir vor uns mal wieder einen Sattelzug, der natürlich auch die Serpentinen in Richtung Ponte Arche hochschleichen möchte. Hat der Michi mal wieder super getimed!


    Wir tun uns das nicht an und biegen bei der Bar Miravalle direkt wieder ab auf den Parkplatz. Während die anderen einen gute Fotospot suchen (aber nicht finden), bestelle ich drinnen entspannt einen doppelten Espresso und mache mein Foto einfach vom Balkon.


    Kostenpunkt inkl. einer kleinen Flasche Wasser: €2,50. Der Ausblick: unbezahlbar. Nachdem der Sattelzug verschwunden ist, sitzen wir 5 Minuten später wieder auf, hängen aber direkt hinter dem nächsten Bergaufbremser. Michi eskaliert und überholt trotz durchgezogener Linie, der Rest auch. Hab ich nicht schonmal erwähnt, dass sowas in Italien nur Deko ist? Wir dübeln jedenfalls entspannt nach Ponte Arche und überholen sogar problemlos den Sattelzug, biegen ab in Richtung Passo Ballino und genießen freies Fahren bis kurz vor Tenno, wo ein kurzer Fotostop anliegt. Unten im Tal kann man schon den Gardasee erkennen.


    Gut, ganz so kurz wird der Stop dann doch nicht, denn Markus packt die Drohne aus. Das ist exakt so lange egal, bis der Sattelzug von eben wieder an uns vorbeifährt. Hmpf. Ist aber halt so. Wenn wir uns ranhalten, können wir den noch kassieren und auf den Serpentinen nach unten etwas Spaß haben. Da dieser Streckenabschnitt auf meinem Mist gewachsen ist, übernehme ich die Führung und wie das halt bei einem frischgebackenen Rudelführer so ist, muss ich direkt meine Duftmarke setzen: am Ortsausgang schleichen vor uns ein Lieferwagen und eine fahrbare Schrankwand, es folgt eine langgezogene Kurve, die man vorher gut einsehen konnte und so weiß ich, dass kein Gegenverkehr im Anmarsch ist. Der wird wohl vom Sattelschlepper blockiert, der sich durch die ersten Serpentinen kämpft. Ich baue also erfolgreich Dominanz auf, indem ich den Lieferwagen überhole und die typisch italienisch auf beiden Fahrspuren hin und herwechselnde Schrankwand nach ganz rechts hupe, bevor ich sie auch kassiere. Bei einem Computerspiel würde man soetwas vermutlich "kritischen Erfolg" nennen, denn nicht nur die Dosenfahrer sind Baff, auch der Rest der Gruppe erstarrt in Ehrfurcht vor diesem Manöver und vergisst glatt das Überholen. Da kann ich auf den folgenden Kilometern meinen Arm raushalten wie ich will, weil kein Gegenverkehr kommt... letztlich schleiche ich dann trotzdem runter, weil ich auf die anderen warte - die hinter Lieferwagen und Schrankwand festhängen und immer noch gestunned sind.


    Erst als wir fast schon unten im Tal sind und wir in Varone vor einer Baustellenampel halten, sammelt sich die Gruppe immer noch mit respektvollem Abstand um mich. Ratet mal, wer vor uns ist... ganz genau. :(


    Immerhin, wir biegen bald ab und der Sattelzug hat sich somit erledigt. Dummerweise wird unsere Gruppe allerdings in einem Kreisverkehr durch eine andere Gruppe getrennt. Nur: diese andere Gruppe ist ca. 25 Mann / Frau stark und als WIR wieder zusammen sind, haben wir die alle vor uns. Leider sinkt mit steigender Gruppengröße natürlich auch die Geschwindkigkeit, weswegen wir bis zum Lago di Ledro mit kaum 50 km/h dahinschleichen. Leicht genervt und auch etwas gefrustet fahre ich bei Pieve di Ledro rechts ran. Sollen die anderen erstmal Land gewinnen... Eigentlich wollten wir erst an der Cascata Ampola den nächsten Stop machen, aber wir haben bis hierher schon brutal Zeit verloren.


    Michi ist genervt. Er sagt es zwar nicht, aber man merkt es. Um Ihn aufzumuntern überlasse ich ihm wieder die Führung, als wir nach 10 Minuten weiterfahren. Normalerweise entspannt er sich ja, wenn er sich etwas austoben kann... Dummerweise funktioniert das heute nicht, denn vor der Cascata stehen wir schon wieder: Landschaftspflege. Zusätzlich ist vor uns noch ein Sprinter unterwegs, der keine Kurven fahren kann und als wir den endlich passiert haben, gibt Michi Stoff als gäbe es kein Morgen. Und dann verschluckt sich scheinbar Michis TomTom bei Ca´Rossa auch noch (endlich passiert das mal nicht nur mir!!!) und wir drehen eine kleine Ehrenrunde, bis es die Route wieder aufgenommen hat.


    Bei Ponte Caffaro biegen wir dann mal wieder ab in die Hinterhöfe und endlich ist mal wieder freies Fahren möglich. Michi gibt gut Schub und Markus muss sich anstrengen, um dran zu bleiben. Immerhin kommt nun auf dem Weg nach Bagolino auch zum ersten Mal richtig Spaß auf, was vermutlich alle sehr genießen. Bei mir gibts zu dem Zeitpunkt noch den kleinen Hintergedanken: schmiert mein Reifen heute wieder so wie gestern? Jein. Er schmiert machmal noch leicht, aber längst nicht wie gestern. Inzwischen hat er 5000km runter, ich bin mit ordentlich Gepäck unterwegs und die minimale Druckerhöhung vom Vortag kann für die Veränderung nicht ursächlich sein. Vielleicht hat Michelin da einfach eine Lage Koks eingebacken oder sowas. Mit zunehmender Dauer des Tages verschwindet das Schmieren nämlich vollkommen. Es könnte natürlich auch möglich sein, dass der Reifen nur dann schmiert, wenn ich daran denke. Schrödingers Reifen also. Ich beschließe entsprechend, nicht mehr daran zu denken und als wir hinter Bagolino abbiegen auf die Localita Maniva habe ich eh keine Zeit mehr, daran zu denken.


    Landschaftlich ist die Strecke hoch zum Giogo del Maniva ja wirklich schön, aber leider hat jemand vergessen ein Schild mit "50-40-30-20" aufzustellen: 50 Schlagklöcher auf den nächsten 40m, 30cm tief und 20 Jahre alt"... immerhin stehen in den wildesten Kratern Pylone. Die Strecke ist echt brutal und bringt sowohl mein Wilbers-Federbein, als auch meine Bandscheiben an die Belastungsgrenze. Mit dem Serienfahrwerk der CBF hätte ich hier kein Land gesehen! Trotzdem macht die Strecke natürlich Spaß, aber ich bin heilfroh als wir irgendwann endlich eine kurze Pause an der Abzweigung zur alten Militärstraße machen können. Die wir heute nicht fahren werden! Punkt.





    Stattdessen geht es nach kurzem Stop weiter in Richtung Dosso dei Galli, einem Relikt des kalten Krieges und heute in Lost Place: eine alte Radarstation mitten in den Alpen, deren Aufgabe die Weiterleitung von Radarsignalen war. Die entsprechende Gegenstelle stand damals auf dem Feldberg. Der Weg dorthin ist jetzt auch nicht besonders toll zu fahren (zumal es scheinbar kürlich noch ein paar Murenabgänge gegeben hat), landschaftlich aber reizvoll - zumindest, wenn man karge Hochgebirgslandschaften mag.


    Da die ganze Szenerie super für unsere Drohnen geignet ist, legen wir nur einen kurzen Drohnenstop ein, fahren dann aber ein Stückchen weiter den Berg herum in die Sonne, um Mittach zu machen. Didi hat gerade noch gemeckert "ich will Kühe" und da sind sie auch schon. Mit Abstand halten haben sie es aber nicht so.


    Michi hat noch weitere Käsevorräte dabei, Markus ein paar Landjäger und ich hatte am Mittwoch in Tirol noch Schüttelbrot gekauft. Passt!


    Jetzt befinden wir uns am Ausgangspunkt des für mich persönlich am wenigsten Spaß machendsten Teil der Tour: mehrere Kilometer Schotter am Passo di Croce Domini.


    Den drei GS macht das natürlich nichts, aber da ich mit Sportreifen und einem Sport-Tourer am Start bin, sind das natürlich alles andere, als optimale Bedingungen. Wärend Michi und Markus Kreise um mich fahren, hält Didi stoisch seine Postition hinter mir, während ich runter zum Riguio schleiche. Irgendwann ist es dann geschafft, aber Spaß gemacht hat mir das nicht. Zum Trost gibt es dann allerdings einen Espresso doppia und einen Aufkleber für mein Topcase. Markus kauft gleicht drei Aufkleber... muss ich nicht verstehen.


    Immerhin geht es dann locker fluffig weiter und wir können entspannt weiter zum Lago d'Iseo weiterfahren, wo wir hinter Lovere in das Borlezzatal abbiegen. Nun ratet mal, was wir vor uns haben... Richtig: den Sattelschlepper von Tenno.^^ Michi eskaliert erneut und baut endlich Dominanz auf. Die den Sattelschlepper allerdings wenig interessiert. Michi hat allerdings den Kaffee auf und lässt sich auch dieses Mal nicht von der Fahrbahndeko irritieren. Geht doch!


    Bei Ponte della Selva gibt es während einem rekordverdächtigend kurzen Boxenstop von nur einer Tschicklänge nochmal frischen Saft für Scarlett, und subito - also sofort nach nur einer Tschick (Hallo? Ich bin schließlich in Italien!) geht es weiter über Ponte Nossa zum Passo di Zambla.


    Michi hat den Kaffee auf, das merkt man daran, dass wir nichtmal absteigen und auch keine Drohnen auspacken. Nach einer Minute geht es weiter in Richting Lago di Como, zuerst nach Bellano und dann zu einem Fototstop kurz vor Colico. Kneifen da etwa die Thunderpants?


    Die Pause ist kurz und irgendeine der GS muss schon wieder tanken, also gibt es in Colico schon wieder einen Stop.


    Den ich nutze um neue Tschicks zu organisieren, weil der ehemalige Raucher Didi meinen Vorrat locker um 5-8 Stück in den letzten Tagen reduziert hat. Als ich wiederkomme sind zumindest fast alle scho wieder abfahrbereit und es geht auf die letzte Etappe für heute in Richtung Chiavenna, von der es nicht wirklich etwas interessantes zu berichten gibt.


    Um 17:25 erreichen wir dann das Hotel Conradi,


    das von außen nicht wirklich etwas hermacht. Wir werden allerdings sogleich in die Garage gebeten, wo es nicht wirklich noch viel Platz gibt. Dafür gibt es am Ausgang der Garage einen feinen Blick auf die Mera, einen Fluss der die Stadt durchströmt.


    Wir checken schnell ein, aber bevor wir abrödeln und die Zimmer belegen, muss nach dem Tag endlich ein Stiefelbier her. Der Sercice ist so schnell, dass Didi noch nichtmal mehr irgendwas arrangieren kann. Daumen hoch!


    Weil es heute irgendwie stressig und unentspannt war, werden aus einem Stiefelbier heute mal drei, bevor der Rest die Zimmer bezieht und Duschen geht. Ich packe noch schnell die Drohne aus, die Mera ist ein tolles Motiv. Irgendwann muss ich allerdings auch unter die Dusche und schleppe heute nur die nötigsten Utensilien in mein Zimmer. Ich werde übrigens angenehm überrascht, denn das Äußere des Hotels kann mit den modernen Zimmern und der gehobenen Ausstattung definitiv nicht mithalten. Das wirkt nicht nur edel und komfortabel, sondern ist es auch und das Bad ist ein Traum (leider kein Platz mehr für ein weiteres Foto).


    Viel Zeit zum Frischmachen bleibt nicht mehr, aber es geht sich aus. Um Punkt 19:15 sitzen wir alle wieder vor dem Hotel, bekommen pronto ein isotonisches Kaltgetränk servier und kurz darauf steht auch schon das Tellertaxi an unserem Tisch, um die Wünsche für das Abendmahl aufzunehmen.


    Bei der Vorspeise sind wir uns alle einig, und es gibt ein Risotto zum Niederknien.


    Die anderen wählen als secondi piatti ein Schnitzel natur (scaloppina), aber ich wage es, erneut die Lachsforelle zu bestellen und werde dieses Mal nicht enttäuscht.


    Auch der Nachstisch, in meinem Fall ein Sorbet mit Früchten und Walnüssen, lässt keine Wünsche offen. Alles á la minute frisch und hausgemacht, sowas macht den André froh.


    Gastfreundlichkeit, Zimmer und Essen, hier passt einfach alles. Das Hotel kann ich wirklich nur empfehlen!


    Mit einem Verdauungsschnaps und ein paar weiteren Bier eskalieren wir etwas, dieses Mal im positiven Sinn. Es ist unser letzter gemeinsamer Abend, und da lassen wir nochmal etwas die Sau raus. Trotzdem ist um kurz nach halb 10 Schluss. Die letzten Tage waren anstrengend. Und schön. Morgen beginnt leider die Heimreise...

    Es gibt auch Ausnahmen ...

    Am Forcella Lavardet gabs trotz "Chiuso" am letzten Sonntag fast schon Stau. Wir waren schwer beeindruckt was die Italiener da innert eines Jahres an Strassenbau zustande gebracht haben, chapeau! Aber die Panoramica ist wirklich gesperrt.


    Gruss

    Dani

    Männers, jetzt mal ernsthaft... warum müsst Ihr immer Zeug spammen, das in dem Beitrag eigentlich gar nichts verloren hat? Back to topic, bitte. ;)

    Servas,


    mal wieder ein kleines Update zum Power 5:


    Während vorne nach knapp über 6k km noch ziemlich in Ordnung ist,


    hat hinten fertig.


    Bei irgendwas um 4500km fing es hinten dann an zu schmieren, bei etwas über 5000km war das dann aber wieder weg. Keine Ahnung, ob da eine Schicht Koks oder sowas verbacken war und das sonst nicht vorkommt, aber jetzt fliegt er eh für die kalte und nässere Jahrezeit wieder zu Gunsten eines Road 5 runter. Ich gebe dem Reifen aber gerne im kommenden Jahr eine neue Chance, denn er fuhr sich grundsätzlich geil und hält länger als der Pipo 2CT. Wenn auch hinten nicht viel länger... ;)


    LzG,

    André

    Donnerstag, 17.09.2020


    Da es erst um 07:30 Frühstück gibt, trudeln nach und nach alle Teilnehmer ein, um den Sonnenaufgang zu bewundern. Ich habe erstaunlich gut geschlafen, das Bett ist echt gut. Schön fest und nicht durchgelegen, wie man es in Italien doch häufiger antrifft.


    Beim Frühstück


    besprechen wir kurz den Tag, denn heute gibt es eine Besonderheit: wir sammeln den Joachim SCHELLHORN ein, der eigentlich mit einer anderen Motorradgruppe unterwegs ist, aber auch zu den GS-Buben gehört und sich zumindest einen Tag mit Didi, Markus und Michi (und mir als Nicht-Bube) geben will. Entsprechend haben wir heute einen etwas strafferen Tag, da nicht nur unsere, sondern auch Jo´s Planung aufgeht.


    Um Punkt 08:14 sind wie vereinbart alle abfahrbereit und zuerst geht es wieder diese geile Strecke runter nach Trient. Mit kalten Sportreifen und leicht feuchter Fahrbahn lasse ich es etwas gemütlicher angehen, in einer Kehre schmiert mir dann leicht der Hinterreifen weg. Ich denke mir nichts dabei, war vermutlich nasses Laub.


    Bei Pergine Valsugana schrauben wir uns in die Höhe und nehmen die Hänge des Suganatales unter die Räder. Tolle Waldstrecken mit vielen Ecken und Winkeln, Kurven und Kehren. Beim Rausbeschleunigen schmiert wieder das Hinterrad... irgendwas stimmt da nicht. Und nochmal. Schon wieder. Meeeh, das ist doch Käse. Ich reduziere leicht das Tempo, werde auf den ansonsten verkehrsarmen Straßen aber immerhin nicht zum Bremsklotz. Kann doch eigentlich nicht sein. Noch schiebe ich das auf die feuchten Straßen und das Laub.


    Als wir bei Levico Terme den Treffpunkt mit Jo erreichen, werden wir schon erwartet und es gesellt sich somit ein weiterer Bube zu uns. Schneller Fotostop, am See kommt man leider nicht ans Wasser und kann auch keine schönen Bilder machen...


    Ich frage mal in die Runde, ob die anderen die Fahrbahn eben auch seifig fanden. Au ja, besonders das Stück mit dem neuen Asphalt. Klar, aber das war nur kurz... bilde ich mir das ein oder war das einfach "Pech"?


    Mit Jo und seiner K frisch hinter mir einsortiert zischen wir ab zum ersten Tageshighligt, der Kaiserjägerstraße (aka Strada dell´Alpini), die in Caldonazzo am gleichnamigen See ihren Ausgang nimmt. Inzwischen halbwegs gut asphaltiert und ausgebaut ist sie im oberen Teil aber immer noch größtenteils einspurig, bietet allerdings Ausweichbuchten und mittlerweile überall Leitplanken. Ich bin als Kind mal mit meinen Eltern dort gewesen, da war es noch eine Buckelpist mit Abgrund. Keine Ahnung, was ich jetzt besser finde. Die Aussicht auf dem unteren Teil ist jedenfalls grandios


    weswegen wir auch direkt einen Fotostop einlegen. Drohnen kommen später, hat der Michi versprochen. Beim Abfahren ist Didi noch nicht so weit und bleibt stehen, aber weder meine kümmerliche Hupe, noch mein gesetzter Blinker rechts können Michi und Markus aufhalten. Immerhin tuckert Jo auch im Schritttempo hinter mir her, bis Didi seinen EKG beendet, noch eine Runde Haribo eingeworfen oder was weiß ich gemacht hat und aufschließt. Die Straße wird nun halt eng, führt durch kurze Durchbrüche im Berg und macht richtig Spaß. Sogar die Dosenfahrer spielen mit und nutzen die Ausweichbuchten. Erstaunlich. Im oberen Drittel schleicht allerdings eine fahrende Schrankwand vor uns durch die Gegend. Die Straße ist wieder breit und es gibt eigentlich keinen Grund, nicht zu überholen. Michi versagt allerdings beim Aufbau von Dominanz, weswegen der Schleicher auch keinen Grund sieht, uns vorbeizulassen. Immerhin hängen wir nicht allzu lange hinter ihm, denn irgendwann fahren wir rechts ran zum einzigen Platz, an dem man mal schnell die Drohnen steigen lassen kann.


    Wie schon geschrieben: non abbiamo tempo, daher geht es schnell weiter. Kurzer Tschickstop bei Canove die Roana, Michi fabuliert schon wieder irgendwas von Pasta. Sollte nicht eigentlich heute endlich der Käse, der seit Montag im Koffer vor sich hin gratiniert, dranglauben? Jo und ich sollten demnächst mal tanken, melden das dem GröGaZ (Größter Guide alles Zeiten) und weiter geht´s!


    Über Roana und Rotzo (heißt wirklich so) geht es über die Strada del Piovan


    erst wieder runter ins Tal und bei Arsiero halt wieder hoch bis nach Tonezza del Cimone, wo Michi mal wieder die teuerste Tanke der Region ausgemacht hat. Kann ihm ja egal sein, eine GS muss ja nicht tanken... ;)


    Jo und ich füllen Saft nacht, dann geht es auch direkt weiter. Also nicht direkt, denn der Kontakt in Jo´s Seitenständer hat scheinbar einen Wackelkontakt und funktioniert nur beim drölfzigsten Versuch. So macht er halt noch etwas Ballett, sehr zu unserer Belustigung. Irgendwann ist er aber auch wieder startklar und einen Katzensprung später sind wir auch schon am Fuß des Passo della Vena,


    wo Michi im Jahre Schnee schonmal gut gegessen hat. WIr halten also und machen Mittach. Allerdings will außer Markus, der immer Hunger hat und natürlich Michi sonst niemand essen. Dumm gelaufen. Die Gnotschi von Markus und Michis Ragut Bolognese sehen aber zugegebenermaßen ziemlich gut aus und riechen lecker. Mir egal, ich brauche heute nur Koffein und Wasser. Da muss die Bedienung ordentlich laufen. ;)


    Auch hier gibt es wieder eine stylische Hocktoilette, die wir nacheinander besuchen, bevor wir uns wieder aufmachen zum Passo. Was für eine geile Strecke. Nicht so sehr wegen der Strecke, die auch ziemlich OK ist, sondern wegen der Landschaft.


    Mein Reifen schmiert übrigens immer noch, was dann auf dem weiteren Weg zum Passo Coe nicht ganz so viel Spaß macht. Zwischendrin stoßen wir dann mal wieder auf einen LKW. Michi hat die Nase voll und überholt, Markus zögert lange, der Rest passiert den Elli dann kurz vor dem Pass. Da Michi ja Zeit hatte, bleibt uns keine Zeit für Drohnenflüge oder sonstige Experimente, nur ein schnelles Bild aus dem Sattel


    ist drin, bevor es auch schon wieder weiter geht.


    Über Vielgereuth und Mezzomonte di Sotto geht es kurvig weiter durch tolle Landschaften und vorbei am Castel Beseno, bis wir bei Calliano wieder das Tal erreichen. Über Cimoneri nähern wir uns von der anderen Seite dem Monte Bodone und von hier aus wäre es eigentlich gar nicht mehr so weit bis zum Hotel. Ist aber noch viel zu früh und wir müssen ja auch Jo noch abliefern, daher gibt´s nur einen Stop für die Drohnenflieger bei Viote


    und Michi packt tatsächlich endlich Käse aus. Soll etwas ganz besonderes sein. Aus Amerika. Danke, aber ich muss ja nicht jeden Scheiß mitmachen. Zufällig vorbeikommende Wildtiere freuen sich aber vermutlich an diesem Abend über die üppigen Reste im Buschwerk.


    Wir brechen wieder auf, nehmen über Lagolo auf dem Weg nach Sarche noch ein paar ordentliche Kurven und Serpentinen mit und stehen auch nur einmal gaaanz kurz, weil italienische Landschaftspleger mit dem Trimmen der wuchernden Bepflanzung neben den Straßen beschäftigt sind.


    Bei Villa Banale biegen wir dann ab Richtung Malfein am Lago di Molveno, wo Jo wieder mit dem Rest seiner Truppe vereint sein wird.


    Dabei fällt mir dann etwas ins Auge, das ich erst nicht glauben kann. Eine GS muss DOCH auch mal tanken! Sachen gibts...


    Wir verabschieden uns von Jo und machen uns auf in Richtung Fai della Paganella, wo wir beabsichtigen, nochmal etwas die Kuh fliegen zu lassen. Geile Strecke, liegt normalerweise in meiner Einflugschneise nach Malcesine. Allerdings bin ich sie noch nie aus dieser Richtung gefahren.


    Vorher steht aber noch ein Tankstop für Didi an und ich gönne Scarlett bei der Gelegenheit auch direkt eine Ladung Nektar. Zusätzlich überprüfe ich den Druck von Schrödingers Reifen: 2,5 Bar. Also im grünen Bereich, zumal ich ja heute auch ohne Koffer unterwegs bin. Egal, ich gebe noch eine kleine Ladung Luft rein, mal schauen ob es was bringt.


    Anschließend dübeln wir wie geplant die Fai entlangt, was für ein Spaß! Bei Mezzolombardo biegen wir mal wieder ab in Richtung Trient und nehmen wie schon am Vortag im Industriegebiet für einen kurzen Hopser die Autobahn. Bei einem kurzen und sehr spontanen Überholvorgang kurz vor der eigentlich geplanten Abfahrt ordnen sich Michi und Markus ziemlich eng zwischen zwei LKW ein. Ich möchte nicht und setze mich vor den ersten LKW, fahre aber nicht ab. Didi quetscht sich scheinbar bei Michi und Markus noch irgendwie mit rein, denn ab sofort bin ich alleine unterwegs. Was die drei in diesem Moment nicht wissen: mein TomTom funktioniert ausnahmsweise mal perfekt und hat verkehrsabhängig meine Route geändert. Während die anderen in eine Sperrung fahren, dübel ich fröhlich weiter. Die haben eh alle auch ein Navi und die paar KM schaffen wir auch so.


    Ich komme problemlos an der Auffahrt zu unserem Hotel am Monte Bodone an und zufällig steht dort ein Eiswagen. Da kann ich mir ja auch noch ein Gelato gönnen, während ich auf die anderen warte. Nach 10 Minuten beschließe ich weiterzufahren, vielleicht sind die anderen ja doch schon oben?!


    Immer noch nicht ahnend, dass die geile Auffahrt gestern NICHT auf meiner Cam gelandet ist, schalte ich sie nicht nochmal ein. Fataler Fehler, aber das Thema hatten wir ja schon.^^


    Die anderen sind jedenfalls immer noch nicht da. Scarlett bekommt in der Garage eine Portion Liebe für die Kette und als ich keine zwei Minuten die Tiefgarage verlassen habe, trudelt auch der Rest der Gruppe ein. "Siehste!" brüllt der Didi. "Ich hab doch gesagt der ist eher im Hotel als wie wir."... Das lasse ich mal unkommentiert.


    Da ich mich ein wenig schuldig fühle die Gruppe verlassen zu haben, geht das Stiefelbier heute auf mich. Wie bereits gestern dauert es geraume Zeit, bis vier Bier ihren Weg zu uns finden... vermutlich schon wieder Fass leer. Oder einfach fehlende Praxis bei der Schankmaid. Didi muss natürlich wieder für seine Follower arrangieren...


    Wir sind etwas spät dran, deswegen bleibt es heute bei zwei Stiefelbier, bevor wir uns unter die Dusche verabschieden. Kurz vor dem Abendessen kommen wir in der Bar wieder zusammen, nach energischem Klinkeln (vermutlich haben wir das Personal beim Abendessen gestört^^) werden wir zumindest wieder mit einer Hopfenkaltschale versorgt, bevor das Abendessen ansteht.


    Heute gibt es für mich als Vorspreise "Fussili alla Sofia Loren con mortadella cipolla rossa e pendolini campani". Alter, wer denkt sich hier bitte die Namen aus? Übersetzt bedeutet das Spiralnudeln mit Tomaten und Resten der Wurst vom Frühstücksbuffet. Kling komisch, ist aber so und schmeckt auch ganz OK. Ist jetzt natürlich aber auch kein Highlight der cucina italiana...


    Meine Hauptsteise, "Lonza di maiale tonnata con caperi dolce di Sicilia polenta di storo ed insalata novella" entpuppt sich dann als ein Vitello Tonnato vom Schwein mit Polenta und etwas Salat. Kann man so machen, aber auch hier muss ich über den epischen Namen herzhaft schmunzeln. Das ist einfach gequirlte Kacke. Aber lecker. ;)


    Und weil Ihr mir den lyrischen Erguss bei der Benennung der Gerichte vermutlich nicht glauben werdet: bitte schön. ;)


    Nach dem Essen verziehen wir uns auf die Terasse, die Stimmung ist gut, aber alle sind etwas platt. Didi und Michi verabschieden sich früh, und so quatschen Markus und ich noch ein wenig über Gott und die Welt. Fein, denn wir hatten bisher wenig mit einander zu tun. Aber für sowas sind solche Touren ja nun auch da.


    Nach einem letzten Blick auf das nächtliche Trient


    verabschiede ich mich gegen 22:30 auch, die Prötteln wollen ja noch gepackt werden, denn morgen geht es weiter nach Chiavenna. Schöner Tag. Gute Nacht.

    Mittwoch, 16.09.2020


    Es heißt schon wieder Abschied nehmen vom Schmuckhof, denn heute Abend werden wir oberhalb von Trient einchecken. Da es bis dorthin noch ein langer Weg ist, heißt es ordentlich frühstücken.


    Da wir natürlich alle hervorragend vorgearbeitet haben, ist das auschecken und Zahlen schnell erledigt, die Prötteln und Koffer sind schnell wieder an den Töffs verstaut, und so geht es pünktlich um kurz nach Acht auf die Reise.


    Mal wieder führt uns unser Weg nach Wolkenstein und heute sind die GS-Asis von gestern nicht am Start. Markus hat scheinbar einen doppelten Espresso und Super+ getankt, denn auf einmal fluppt das auch mit dem Überholen. Dafür stehen wir mal wieder in der Baustelle vor dem Hotel Plan de Gralba, wo ein tschechischer Dosenfahrer erst ein Problem damit hat, dass Michi sich vor ihn setzt und dann auch noch vor sich hinträumt oder mit dem Handy spielt und verpeilt, dass die Ampel grün ist - und dafür eine Hupe kassiert. Das bringt ihn scheinbar auf 180 und er fährt Kampflinie. Mit 40km/h. Süß. Wir kassieren ihn natürlich trotzdem und er bekommt den Daumen nach unten gezeigt.


    Auf der Passhöhe halten wir ausnahmsweise mal nicht um die Drohnen zu starten, sondern dübeln direkt wieder runter und über Canazai weiter zum Passo Fedaia und dem Lago gleichen Namens. Traumhaft hier und ehe man es sicht versieht, sind schon wieder drei Drohnen in der Luft. Reinlicken und so...




    Über Selva di Cadore und Zonz geht es weiter, aber heute biegen wir nicht links ab Richtung Passo Cibiana wie gestern, sondern rechts zum Passo Duran. Auf dem Weg hängen wir auch nur einmal hinter einem dicken LKW, den heute der Didi spendiert hat. Auf der Passhöhe

    gibts für mich einen schnellen Espresso, eigentlich wollte ich ja einen Aufleber kaufen. Gibts aber leider nicht. Also nur schnell ein Familienfoto


    machen, sonst gibts nicht viel zu sehen. Wir sitzen also wieder auf und haben mit dem Passo Cereda das nächste Zwischenziel direkt ums Eck schon in Reichweite, wo es dann eine knappe Dreiviertelstunde später bereits den nächsten Stop gibt. Auch hier ist es eher unspektakulär, dafür scheint die kleine Kirche


    tatsächlich noch mit manuellem Glockengeläut aufwarten zu können. Wir stellen uns einen buckligen, alten Italiener vor, der am Glockenseil hängt, bekommen ihn aber natürlich nicht zu Gesicht. Immerhin gibt es


    Da Michi irgendwann später gerne Pasta verpeisen würde, obwohl er seit Tagen schon Käse mitschleppt, verzichten wir hier auf eine Jause und wollen weiter zu einem der landschaftlichen Höhepunkte des heutigen Tages, dem Passo Brocon. Die Fahrt durch die Hinterhöfe über Imer und Gobbera runter nach Lausen ist dann schon toll, bietet grandiose Aussicht aufs Tal und als wir bei Fosse ein Schild auf der Straße stehen sehen, auf dem irgendwas von "chiusa" und bis 1. Oktober steht, zucken wir nur die Schultern. Et hät noch immer jot jegange, wie meine Tour über Stelvio und Gavia vor ein paar Wochen gezeigt hat - die waren auch beide gesperrt. Also weiter, die Strecke ist toll - bis et dann kütt, wie ett kütt.


    Am Bagger mitten auf der Straße kommen wir dann halt leider doch nicht vorbei. Porca misera! Es wird flugs umdisponiert, anstatt über den Pass heißt es halt jetzt erstmal zurück und dann einmal um den gaaaanzen Berg rum. Die Strecke über Zoriva, Fonzaso vorbei am Lago di Corlo entschädigt, kostet aber Zeit. Irgendjemand (ich glaube, das war ich) hatte gestern eh im Scherz zu Michi gemeint "können wir nicht mal einfach geradeaus fahren?" und in Anbetracht der Gesamtsituation machen wir das dann auch einfach mal. Auf der Schnellstraße, parallel zur Autobahn, und so ziemlich einmal durch das halbe Suganertal bis nach Marter, wo es dann wirklich Zeit für eine Jause ist. Wir halten bei der erstbesten Kaschemme am Wegesrand


    votieren einstimmig für Spaghetti Carbonara (auch wenn sie hier mit Pancetta anstatt Guancale gemacht werden... wir sind halt nicht in Rom^^) und noch bevor ich meinen doppelten Espresso und die erste Flasche Wasser hinutergestürzt habe, wird auch schon aufgetischt.


    Saulecker, das ist ehrliches, italienisches Essen ohne Schnickschnack. Und ohne Sahne, wie man sie in Deutschland leider fast immer in einer Carbonara findet. Das gibt ein Like vom Führer. Also von Michi. Didi ist sehr angetan von den Bedienungen und schäkert natürlich mal wieder rum. Es macht nichts, dass diese kein Deutsch und er kein Italienisch spricht - Völkerverständigung at it´s best. Allerdings bemängelt Didi leicht, dass die beiden nicht riechen wie ein Neuwagen. Irgendwas ist ja immer...


    Wir müssen weiter, Zeit für einen Gang auf die Toilette. Oder besser gesagt, auf die Hocktoilette. Gut, dass ich nur pullern muss und nicht an Montezumas Rache oder einem ordentlichen Bierschi.. laboriere... und noch besser, dass ich keine Frau bin und nicht weiß wohin mit der Hose. Andere Länder, andere Sitten! ;)


    Es geht jedenfalls weiter und wir biegen kurz danach bei Mochena wieder ab in die Hinterhöfe und schrauben uns auf wenig befahrenen Straßen in die Höhe. Unter uns im Tal die Obstplantagen des Trentino, vor uns die Weinreben an den steilen Hängen. Gefällt mir gut und über Valternigo di Giovo schrauben wir uns immer höher bis Faedo. Foto und Drohnenpause ist angesagt. Muss ich jetzt langsam nicht mehr erklären, oder? ;)



    Falls sich jemand fragen sollte, wann denn mal ein Video von den Drohnen kommen sollte: save the best for last. Also dranbleiben. ;)


    Langsam nähern wir uns dem Ende der heutigen Tour und nachdem wir noch ein paar Landstraßenkilometer mitgenommen haben, müssen wir leider kurzzeitig beim Industriegebiet von Lavis auf die Autobahn wechseln. Hier erblicken wir dann auch den Pechvogel des Tages... Entweder war er mit angezogener Handbremse unterwegs, oder das ist ein kapitaler Motorschaden:


    Wir sind nicht mehr weit vom heutigen Tagesziel entfernt, verlassen bei Trient auch schon wieder die Autobahn und biegen dann bei Cadine ab, um uns heute zum letzten Mal als Kurvenkönig zu fühlen. Die Auffahrt zum Hotel Monte Bodone ist genial und zaubert allen ein fettes Grinsen ins Gesicht. Michi ist glücklich,

    hat er doch wieder mal bei der Tourplanung exakt ins Schwarze getroffen. Wüsste ich zu diesem Zeitpunkt bereits, dass der Akku meiner Cam exactemente beim Abbiegen zur Auffahrt die Grätsche gemacht und ich entsprechend kein Video von diesem arschgeilen Ritt habe - ich wäre direkt nochmal runter gefahren. So muss ich dann wohl nächstes Jahr nochmal dorthin fahren. Hach. First World Problems...


    Die Gruppe plagen inzwischen andere Probleme, nämlich erstens Durst und zweitens akute Unterhopfung. Die Schankmaid kann leider nicht zapfen (oder hat keine Gläser, ein weiterer Fall für Mulder und Scully) und braucht eine halbe Ewigkeit, bis die erste Runde uns erreicht. Damit alles perfekt für seine Follower in Szene gesetzt ist, wird sie von Didi dann auch noch liebevoll drapiert und unter exakter Winkelvermessung für seine 2,25 Follower auf Instagram festgehalten.

    Oder war es doch Findpenguins? Egal. Et perlt! Leider hat die Schankmaid weiter Probleme und auch das Fass ist zwischendurch noch leer. So tröpfelt der Nachschub heran, aber wir sind ja genügsam.


    Anschließend wird Zeit für den Checkin, Michi erhält als einziger ein Zimmer mit Balkon. Die Zimmer sind übrigens OK und die Betten hervorragend! Lediglich die Dusche ist arg winzig und beklemmend, weswegen ich Gas gebe und vor dem Abendessen nochmal die Drohne heraushole. Wie gehabt... reinklicken!


    Irgendwann trudelt der Rest ein und wir zischen noch ein, zwei Hopfenkaltschalen, bevor wir uns ins Restaurant begeben. Da wir Halbpension gebucht haben, dürfen wir uns auf drei Gänge freuen. Bei der primi piatti sind wir uns alle einig und bestellen "Strigoli alla moda dell´Adriatico con cozze, gamberi e profumi del Mare". Was für ein beknackt komplizierter Name für Strigoli Frutti di Mare, aber der Geschmack weiß zu überzeugen und zerstreut meine Bedenken hinsichtlich des Essens, denn im Internet gibt es zahlreiche Kommentare, die ebendieses bemängeln.


    Als secondi piatti hat der Rest Schnitzel mit Pommes bestellt und damit das Klischee des deutschen Urlaubers mal wieder absolut bedient. Meiner einer möchte sich an Trota salmonata alla piastra con verdure saltate all´aglio e crostone di pane gütich tun. Der Gedanke war gut, die Ausführung leider schlecht, denn die Lachforelle war mehrfach gestorben und somit furztrocken. Der Linsensalat (?) war total ungewürzt und somit war das Gericht ein Reinfall. Sowas esse ich nicht und der Kellner nimmt es anstandslos zurück und tauscht es gegen ein Schnitzel mit Pommes. Ah, Tedesco! ;)


    Als Nachtisch gibt es noch einen Schokokuchen mit Baiserhaube, sehr lecker und zu unser aller Überraschung erscheint kurz darauf der Koch an unserem Tisch und entschuldigt sich persönlich wegen dem Fisch. Die Lachsforelle war sehr dünn und er musste sie natürlich warmschieben, dabei ist sie übergart. Als Entschädigung bringt er uns eine Nachspeisenplatte mit Früchten und Käse mit, die er noch mit Ahornsirup verfeinert. Guter Mann, Entschuldigung angenommen!


    Wir nehmen noch einen kleinen Absacker und verasbschieden uns dann für heute. Ich lasse zwar nicht mehr die Drohne fliegen, denn bis eben hat es noch gewittert und es nieselt auch noch leicht, aber ein letztes Bild ist drin.


    Auf dem Zimmer wird noch noch ein Stündchen gelesen und dann heißt es nach einem tollen Tag auch für mich buona notte!

    Dienstag, 15.09.2020


    Die Nacht war etwas durchwachsen, bereits um drei Uhr bin ich das erste Mal wieder wach und nun offenbart sich ein gravierender Nachteil des Zimmers. Es gibt neben dem Bett eine winzige LED-Funzel, die nicht ausreichend Licht spendet, um ein Stündchen zu lesen und anschließend nochmal ein wenig Bubu zu machen. Alternativ gibt es Flutlich, denn der andere Lichtschalter schaltet ALLE anderen Lichtquellen im Raum ein. Juhu, das macht direkt noch wacher. Workaround: ich schalte den TV ein und bleibe bei Arte hängen, wo eine Dokumentation über mitteldeutsche Riedlandschaften gezeigt wird. Genau das Richtige, um doch nochmal irgendwann wegzudämmern.


    Um 06:00 bin ich dann aber wirklich wach, mein innerer Wecker lässt sich leider nicht neu justieren. Nach kleiner Lesestunde bin ich dann um 06:45 im Hof


    denn ab 07:00 soll es Frühstück geben. Ich brauche dringend eine Koffeintransfusion, die ich mir dann auch hole und ein ordentliches Frühstück vom Buffet vertilge. Zum Abschluss noch einen doppelten doppelten Espresso und meine Lebensgeister vermelden Abfahrbereitschaft.


    Selbst Markus, sonst eine chronische Schlafmütze, ist pünktlich um 08:00 abfahrbereit, und so legen wir los. Direkt hinter dem Ortsausgang biegt Michi auch schon ab auf eine kleine Landstraße und wir lecken an den ersten Kurven in Richtung Barbian, wo nach 10 Minuten auch schon der erste Fotostop ansteht: es gilt den schiefen Turm sowie die tolle Aussicht zu bewundern.



    Wieder unten auf der Hauptstraße an der Abzweigung nach Waidbruck gibt´s einen kleinen Hallowach-Moment, den unmittelbar vor uns tuts einen Dätsch: ein Dosenfahrer hat einem anderen auf der Hauptstraße den Vorrang genommen und bezahlt das mit zwei Blechhaufen. Da keine Blutfontänen spritzen und sich die beteiligten Fahrer scheinbar nicht allzuviel getan hat, gibt Michi Fersengeld. Mit der italienischen Polizei wollen wir uns jetzt wirklich nicht stundenlang befassen und es sind zum Glück noch mehrere andere Personen anwesend.


    Wir cruisen gemütlich über die Hinterhöfe nach Kastelruth, wo wir Erstkontakt mit einem 5er-Rudel indigener Arschlochbiker, alle mit GS unterwegs, herstellen. Die Asis drängeln in der Ortschaft rücksichtslos, nutzen die kleinste Lücke zum Überholen und scheißen sich auch vor Gegenverkehr und Überholen in unübersichtlichen Kurven nicht an. Kann ja ausweichen oder stehenbleiben... Ich setze den Blinker rechts, fahre Schrittgeschwindigkeit und lasse den Kelch an mir vorüberziehen. Sollen sie mal machen...


    Wir fahren entspannt weiter nach Wolkenstein und irgendwo müssen wir die GS-Asis mal überholt haben, vielleicht haben sie auch noch einen Kumpel abgeholt. Jedenfalls wiederholt sich hier, auch wieder in der Ortschaft und bei ordentlich Gegenverkehr, das Spielchen von vorhin. Einer der Bande kriegt gerade noch die Kurve und landet beim Überholen von Michi nicht in einer Verkehrsinsel. Schade eigentlich.


    Für den Aufstieg zum Sellajoch hat sich der Michi etwas ganz besonderes ausgedacht: er hat extra für uns ein Überholtraining eingeplant und dafür einen dicken LKW mit Kippmulde organisiert, der vor uns den Berg hinaufschleicht. Michi zeigt, wie es geht... aber Markus hatte scheinbar keine Frosties zum Frühstück und der innere Tiger irgendwie verschlafen weshalb wir leider erst am Abzweig des Passo Gardena diesen Störfaktor hinter uns lassen. Die weitere Auffahrt verläuft dann relativ flüssig, aber beim Passhotel versagt dann Markus Motivation zum Überholen erneut beim Postbus, der vor dem Hotel hält. Nicht mit mir! Ich lasse Markus stehen und dübel weiter zum Hotel Manioflora auf der Passhöhe, wo Michi schon seit gefühlten Stunden auf uns wartet. Flugs werden alle Drohnen ausgepackt, wie gehabt ins Bild klicken für ein Panorama;)


    Nach reichlichen 20 Minuten wird es Zeit, weiterzuziehen - als auf einmal eine blaue Goldwing vor uns geparkt wird, die reichlich Aufmerksamkeit der restlichen Truppe auf sich zieht. Scheinbar gab es da am Vortag einen Zwischenfall... ich überlasse es dem Rest der Truppe das Thema zu vertiefen oder auch nicht.


    Wir brezeln jedenfalls entspannt weiter zum Pordoijoch,


    wo kurz nach uns mal wieder die GS-Asis aufschlagen. Wir entscheiden zu warten bis sie weg sind und Michi packt nochmal seine Drohne aus, um die Zeit totzuschlagen. Kurz vor uns hat noch ein anderer Zweiertrupp angehalten und der eine mault den anderen an: "Alta, wenn Du ständig anhältst um Fotos zu machen komme ich gar nicht in den Flow!". Recht hat er!


    Nachdem wir den Asis einen ordentlichen Vorsprung gegeben haben, machen wir uns auf den Weg runter nach Arraba, wo wir die Asis schon wieder direkt vor uns haben. Schnell geradeaus fahren mögen sie ja können, Kurven aber nicht. Mal wieder stecken wir etwas zurück und lassen sie ziehen. Auf einer tollen Waldstrecke geht es weiter und Michi hat keine Kosten und Mühen gescheut, und dieses Mal einen Schwerlaststransporter für uns organisiert, der zusätzlich noch eine Baumaschine transportiert. Der Fahrer will uns mal zeigen, was eine Harke ist und gibt für seine Verhältnisse ordentlich Gas. Er ist dabei aber etwas übermotiviert und in einer Kurve nimmt er gekonnt die Leitplanke mit. Es scheppert ordentlich, aber zum Glück reisst er nichts ab oder raus, was uns dann auf der Straße zum Verhängnis werden könnte. Natürlich dübelt er auch weiter, soll den Schaden doch die EU zahlen. Oder besser noch: die Deutschen! ;)


    Irgendwann kommen wir auch an diesem Trainingsobjekt vorbei, kratzen kurz am Colle Santa Lucia, biegen aber ab zum Passo Staulanza, wo Didi schnell eine Runde Haribo spendiert und Markus einen Aufkleber fürs Topcase ersteht.



    Nach kurzer Pause geht es weiter, dieses Mal ohne nennenswerte Beinträchtigung in Richtung Passo Cibiana, wo wir unsere Mittagspause verbringen werden. Tolle Strecke, tolle Aussicht!



    Nur die Panini lassen seeeehr lange auf sich warten, vermutlich mussten sie das Schwein für die Salsicia erst noch schlachten. Als wir dann aber endlich unseren Hunger stillen können, sind alle zufrieden, denn es gibt eine ordentliche Ladung gebratene Wurst und Käse in einem leckeren Brötchen.


    Trotzdem drängt etwas die Zeit, der Stop hat länger gedauert, als geplant. Über Forno die Soldo dringen wir ins Cadoretal vor, wo uns viele, viele Baustellen leicht ausbremsen. In Italien ist dank EU-Förderung das Glasfaserfieber ausgebrochen und erstaunlicherweise haben sich die Italiener für einen Sonderweg bei der Verlegung entschieden: sie ballern das Zeug in die überall vorhandenen ENtwässerungskanäle und Rohre rein. Dafür trenchen sie die Fahrbahn eigentlich überwiegend in dem Bereich, in dem Motorradfahrer unterwegs sind. Das Flickwerk ist seeeeehr unangenehm zu fahren und macht nicht wirklich Spaß. Entsprechend zuckeln wir von Baustelle zu Baustelle, bis wir endlich bei Cortina d´Ampezzo wieder in weniger befahrenes Gebiet kommen und den Passo di Giau unter die Räder nehmen. Muss ich noch etwas sagen? Reinklicken!



    Nachdem alle ihre Drohnen wieder eingepackt haben, geht es weiter. Dieses Mal fahren wir tatsächlich den Colle Santa Lucia, dübeln noch schnell durch Costadedoi und Corvara. An der Auffahrt zum Grödnerjoch melde ich Michi, dass mein Tankinhalt langsam zur Neige geht und ich gerne die nächste Tanke aufsuchen möchte. Michi interpretiert das so, dass ich schnellstmöglich zur Tanke will und gibt ordentlich Stoff. Da diese Strecke von der Reduzierung auf 60km/h für Motorräder betroffen ist und ich ehrlich gesagt auch leicht in den Spritsparmodus schalten muss, zuckel ich gemütlich dahin. Didi is not amused. Michi und Markus sind weit voraus und ich erwarte, sie beim Parkplatz am Hotel Fara wieder zu treffen. Da sind sie aber nicht... dafür aber mal wieder die GS-Asis. Och nö! Ich zuckel weiter, und da warten die drei schon auf mich. Schnell wieder einsortieren, dann geht es weiter. Hoffentlich furchen sich die Asis nicht nochmal durch unsere Gruppe... sicherheitshalber machen wir an einem Parkzplatz hinter der Passhöhe nochmal eine kurze Pause.



    Die Bschlöcher sind tatsächlich an uns vorbei und wir werden später nur noch auf Einzelexemplare treffen, Gott sei Dank. Auf der Straße runter nach Wolkenstein kommt dann auch endlich eine Tanke. Didi fährt eine Zapfsäule an, wird aber direkt vertrieben. Angeblich gibt es dort nur Gas... steht aber Super dran. Vermutlich ist das die Säule mit dem günstigen Sprit für Einhemische, denn wir müssen über 1,50 pro Liter hinlegen - und Scarlett sagt dann auch erst bei 19 von 20 Litern, dass es jetzt genug ist. Egal, wir wollen langsam ein Stiefelbier und so dübeln wir mal wieder durch Wolkenstein in Richtung Hotel. In Pontives überholen uns mal wieder in gewohnt gewagter Manier zwei GS-Asis im Gegenverkehr, aber das ist glücklicherweise auch die letzte Begegnung mit den Spacken.


    Pünktlich um 16:58 steht die erste Runde Stiefelbier vor uns und obwohl Markus sich heute eigentlich keins verdient hat, greift auch er beherzt zu.


    Eins ergibt das andere, doch wir ziehen nochmal kurz die Reissleine und gehen duschen. War nötig. Um 18:30 treffen wir uns wieder und weiter geht der lustige Teil des Abends. Didi ist vollkommen fasziniert von einer jungen Dame in Lederhose und engem Top. "Hömma, die riecht wie ein Neuwagen" und ähnliche Kommentare fallen ab da im Minutentakt. Das Essen ist schnell bestellt, die Jungs nehmen alle eine Pizza und nur ich tanze aus der Reihe und möchte vor meiner Pasta mit Steinpilzen noch eine Speckknödelsuppe... während die anderen gegen 19:30 ihre Pizza vor sich stehen haben, muss ich immer noch warten. Dann kommt etwas, dass mit viel gutem Willen als gefärbtes Wasser und Knödel mit Speckfragmenten im nicht nachweisbaren Bereich betrachtet werden kann. Gestern war Ruhetag, da kann auch schonmal etwas aus sein. Mir dann aber so einen schlechten Versuch vorzusetzen ist frech und entsprechend lasse ich das Gericht zurückgehen und bitte um schnelles Servieren des Hauptgangs, was dann auch klappt.


    Geschmacklich werde ich nicht enttäuscht, allerdings ist die Menge ohne Vorspeise doch etwas knapp bemessen. Italien halt. Didi opfert aber freundlicherweise einen Teil seiner wirklich sehr leckeren Pizza und ich muss nicht mit knurrendem Magen ins Bett gehen. Zwei Runden Schnaps aufs Haus gibt es auch noch, da kann man dann auch nicht wirklich böse sein. Um halb 10 löst sich die Runde dann auch schon auf, morgen steht der Transfer nach Trient an. Gute Nacht, John-Boy.

    Nur so am Rande, ist die sogenannte GS-Bubenrunde nicht ein eingeschworenes Grüppchen, wo ein Anschluss grundsätzlich nicht möglich ist. Zumindest habe ich das so verstanden ;)

    Bitte nicht als Kritik auffassen, dachte halt nur.

    LsK Manfredo

    Servas Manfredo,


    es hat sich halt einfach so ergeben, dass außer mir nur noch GS-Buben übrig geblieben sind. Und es ist schon klar, dass ich da mit meiner Scarlett niemals bei einer echten Bubentour dabei sein werde. ;)


    Ich habe den Titel entsprechend etwas angepasst.^^


    LzG,

    André

    Montag, 14.09.2020


    Endlich ist es soweit, bei erstklassigem Bikerwetter


    geht das gleich los. Irgendwie weiß ich gar nicht so Recht, wie ich überhaupt zu der Tour gekommen bin, vermutlich habe ich während dem Wintertreff in Bamberg mit ein paar Schlenkerla zuviel im Kopf beim Reizwort Dolomiten einfach mal "Hier!" geschrien und so mailte mir der Michi Anfang Juli ein vorläufiges Roadbook. Strecken und Hotels bereits ausgearbeitet, perfetto! Teile der Tour bin ich bereits gefahren, andere Strecken sind noch Neuland. Man kann ja auch gar nicht alles kennen, und daher war die Devise "to boldly go where no Érdna has gone before!".


    Pünktlich um 08:13 sitze ich also auf der bereits bepackten, gewaschenen und vollgetankten Scarlett auf und verlasse die heimische Tiefgarage zunächst in Richtung Bödele (aka Losenpass) und den Bregenzerwald, um kurz hinter der deutschen Grenze bei Balderschwang zum Warmfahren meine große Liebe, den Riedbergpass unter die Räder zu nehmen. Lobgehudelt habe ich vom ihm schon genug, aber mir ist eine Situation im Gedächtnis geblieben: vor einer engeren Kurvenkombination sagt meine Intuition "geh mal vom Gas"... und schon kommt mir halb auf meiner Fahrspur ein Audi entgegengeflogen, der sich leicht verschätzt hat. Zum Glück habe ich auf meine Spinnensinne gehört, sonst wäre die Tour hier bereits zu Ende gewesen. Knapp war es trotzdem...


    Durch Sonthofen nähere ich mich dem Oberjochpass, da ich aber bereits in meinem letzten Tourbericht darüber berichtet habe, bleibt es bei einer schnellen Tschick und es geht weiter in Richtung Tannheimer Tal und zurück nach Österreich. Dummerweise scheint auf der Strecke irgendwas angebrannt zu sein, denn ich befinde mich in einer Karawane, die langsam Richtung Weißenstein zieht. Also gibt es einen kurzen Fotostop am Haldensee. Manfred dürfte die Stelle bekannt vorkommen.^^


    10 Minuten später sitze ich wieder auf, die Karawane ist vorerst außer Sicht. Nicht viel später am Gaichtpass stosse ich vermutlich auf die Quelle: drei Wohnmobile zuckeln mit ordentlich heißen Bremsen runter in Richtung Weißenbach. Kurz vor der letzten Kehre auf der Tannheimer Straße kassiere ich das letzte und biege unten im Tal ab in Richtung Elmen, um einen Abschiedsbesuch im Café Treibholz durchzuführen. Karten und Kerstin, die Betreiber geben leider das beliebte Ausflugslokal auf. Corona und die Motorradfahrverbote im Tirol haben leider voll eingeschlagen. In der Wahlheimat für die Wintermonate in Spanien entsteht aber schon etwas Neues. Da werde ich irgendwann sicher auch mal vorbeikommen, aber heute gönne ich mir erstmal ein letztes, leckeres Stück Kuchen.


    Die Pause ist kurz, die Verabschiedung trotzdem herzlich, bevor ich auf das Hahntennjoch abbiege. Schon wieder. Es hat zwar seine Höhepunkte, grundsätzlich ist es mir aber irgendwie zu langweilig. Immerhin ist heute keine Rennleitung am Start und die Mure von der Vorwoche ist auch beseitigt. Es geht also flott runter nach Imst und von dort aus weiter in Richtung Ötztal. Laaaangweilig. Die Strecke gibt mir einfach überhaupt nichts. Weil ich aber das Knöllchen aus dem letzten Jahr noch nicht vergessen habe (und auch, dass Motorradpolizisten im Spiegel schwierig zu erkennen sind, bis sie die RKL und Tröte anmachen^^) bleibe ich schön brav bei den erlaubten 80km/h und überhole auch nicht über Sperrflächen oder im Überholverbot. Ehrenwort! ;)


    Hinter Sölden bei der Abzweigung zum Timmelsjoch wird es dann erstmals wieder interessant, denn hier kann man hoch zur Mautstelle mal wieder etwas die Kuh fliegen lassen. Allerdings ist der Spaß schnell vorbei und man darf seinen Obulus in Höhe von €14,00 abdrücken. Die Ötztalstraße bis zur Passhöhe bietet dann aber doch auch wieder Spaß und die eine oder andere Kurve und Serpentine. Ins Bild klicken für Panorama, kennt Ihr ja schon.


    Scheinbar ist gerade irgendeine Ralley am Start, ich sehe scharen an Porsche, Audi, Aston Martin und Maserati - sogar ein Safety Car. Das sitze ich doch gerne noch ein wenig länger aus, ist eh noch zu früh für einen Pause beim Brückenwirt in St. Leonhard. Also gönne ich mir noch ein halbes Stündchen Spaß mit der Drohne, bevor ich auf den Weg nach unten mache. Beim Brückenwirt


    dann eine kleine Enttäuschung: sonst gibts hier immer auch Kleinigkeiten wie Suppe, heute angeblich nur Pizza. Verlockend, da die Pizza echt geil ist - aber "leider" auch riesengroß und wenn ich so ein Teil verputze, bin ich den Rest des Tages unterwegs wie eine Bleiente. Mein Tischgenosse mit einer 750 Shadow aus Bayern ist auch noch Coronaleugner und Verschwörungstheoretiker, daher belasse ich es bei einem schnellen Cappucino und einem Wasser und schwinge mich bald wieder auf Scarlett.


    Der Jaufenpass liegt ja direkt ums Eck, und dieses Jahr war ich dort noch nicht. Kurz hinter Innerwalten dann in einer Kurve eine kritische Situation: der Biker vor mir bleibt auf einmal mitten in der Kurve stehen. Keine Ahnung, ob ihm der Gang rausgeflogen ist oder er seine Maschine abgewürgt hat... lediglich meine Linienwahl und angepasste Geschwindigkeit retten mich vor einem Crash.


    Der Rest der Auffahrt verläuft dann glücklicherweise problemlos, an der Edelweißhütte ist aber brechend voll, weswegen ich durchfahre und direkt runterbügel nach Sterzing. Viele Baustellen auf der Strecke und ordentliche Fräskanten verledeiden etwas das Vergnügen, aber wird ja auch Zeit, dass da mal was getan wird.


    In Sterzing biege ich direkt wieder ab zum Penserjoch, einer weiteren Strecke, die ich einfach liebe. Hier kann man schön die Kuh fliegen lassen und das tue ich dann auch. Ausgiebig. Kurz vor dem Sattel ist dann mal wieder ein Vollhorst unterwegs:


    Auf der Passhöhe


    spreche ich ihn an und frage, ob alles OK ist. "Klar, wieso". Keine weiteren Fragen, Euer Ehren. Ich lasse ihn vorfahren und dübel gemütlich runter ins Sarntal und biege bei Talferbach ab auf die SP135: André-Land. Endlich. Schmale Straßen, viele Kurven und teilweise brutal schöne erste Aussichten auf die Dolos.


    Leider verpasse ich bei Lengmoos die Möglichkeit eines Stops, um die Erdpyramiden mit der Drohne zu erkunden. Einfach kein Parkplatz zu finden, deswegen dübel ich mal weiter. Vielleicht ergibt es sich ja morgen. Tut es natürlich nicht, aber in der Ecke bin ich ja gelegentlich bestimmt nochmal unterwegs. Bei Barbian gibt es dann noch einen Fotostop, um die Trostburg zu verewigen. Und den Rest der Aussicht natürlich auch.



    Trotzdem hilft es nichts, gegen kurz vor 17:00 nähere ich mich dem Tagesziel, dem Schmuckhof in Klausen, um dort etwas später den Rest der Truppe, der gemeinsam aus Unterbayern anreist, begrüßen zu dürfen.


    Während ich schon abrödel, mein Zimmer beziehe,


    die gar nicht so einfache Anfahrt hinter das Haus zum Parkplatz suche, und eine wohlverdiente Dusche genieße, brauchen die anderen noch bis kurz nach 18:00. Mit meiner Hilfe finden sie dann aber schnell den Weg zurück aus der Fußgängerzone und einmal um das halbe Dorf zum Parkplatz hinter dem Haus, deutlich schneller als ich.


    Jetzt heißt es erstmal ein, zwei schnelle Stiefelbier


    zu inhalieren, bevor die drei sich in Richtung Dusche aufmachen. Endlich! Vom Nachbartisch war schon leichtes Murren zu hören... ;)


    Frischt geduscht sind sie aber alle drei schnell wieder da, werden ob der lieblichen Gerüche vom Nachbartisch beglückwünscht und bald darauf steht dann auch endlich das Abendessen


    auf dem Tisch. Lecker und echt schön hier, beim Gassl-Bräu! Didi bestellt wie immer einfach, was Michi bestellt. Et hät noch immer jot jegange! In dem Fall bei einem ordentlichen Burger auch kein Ding.


    Mit einigen weiteren Stiefelbieren und dem einen oder anderen Schädelspalter (nicht die Marille nehmen!!!) geht der Abend relativ früh gegen halb Zehn zu Ende. Wir sind alle kapott und morgen lockt der erste gemeinsame Tourentag.


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    Servas mitanand,


    die vergangene Woche durfte ich mit Michi, MadMax-Markus und dergroeraz spannende Touren in Italien abarbeiten. Ja, das Wort ist bewusst so gewählt, denn Michi hatte sich alle Mühe gegeben, dass wir abends das Wort "Kurvööön" nicht mehr gerade heraus brachten. Doch ich greife vor. Ursprünglich hätten noch ein paar Kurvenköniginnen und -könige mehr dabei sein wollen und sollen, aber aus verschiedenen Gründen schrumpfte dann die 9er-Gruppe auf ein handlicheres 4er-Squad zusammen. Einerseits sehr schade, andererseits aber auch die Chance, die Touren "etwas" anspruchsvoller zu machen und die Tourlängen an die nun kleinere Zielgruppe anzupassen. Wie ich aber weiß, hat der andere Teil der Truppe auf ihrer Tour auch viel Spaß, schöne Strecken und Kultur mitgenommen. Elke wird bestimmt auch berichten. Trotzdem natürlich irgendwie doof, dass Ihr nicht dabei gewesen seid!!!


    Da es insgesamt sechs Tage abzudecken gilt, werde ich wieder im Episodenformat berichten.


    LzG,

    André