Juni-Tour 2019 - Von Deutschland über AT und IT bis SLO - Teil 1

  • DLzG an die "neue" KK-Community :thumbup:

    um Alex' und Martin's Wunsch nachzukommen und das neue "alte" Forum mit Leben zu versehen, möchte ich meine Juni-Tour 2019 vorstellen :)


    Anfang Juni durfte ich 3 gute Freunde bis nach Slowenien anführen.

    Die Tour war super, das Wetter (wie auf Touren meistens) mal so, mal so.

    Jeder hatte mal ein kleines oder größeres Problem mit dem Motorrad. Gemeinsam konnten wir fast alles lösen.


    Die Tour könnt ihr hier auf Polarsteps nachsehen: Juni-Tour 2019

    Im Anhang sind die Tagestouren als Zip-Datei angehängt.


    Viel Spaß 8)



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    Tag 1, Samstag

    Esslingen - Bad Waldsee; Fahrzeit: 2 Stunden, 12 Minuten; Streckenlänge: 139,3 Kilometer


    In Esslingen starteten Paddy, Jan und Markus mit leichter Verspätung auf die große Tour. Abfahrt war 15.30 Uhr. Die Taschen und Gepäckrollen waren gepackt und verzurrt, die Headsets verbunden, also stand dem Abenteuer nichts mehr im Wege.

    Von Esslingen ging es über Kirchheim unter Teck Richtung Albaufstieg. Vorbei an Römerstein, Feldstetten und Ennabeuren umfuhren wir Münsingen östlich, da wir das Lautertal aufgrund der am Wochenende geltenden Geschwindigkeitsbeschränkung für Zweiräder auslassen wollten.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Östlich von Zwiefalten in Obermarchtal schlugen wir den ziemlich direkten Weg nach Süden ein. Die Straßen führten uns über Bad Buchau und Bad Schussenried auf schönen Landstraßen direkt nach Bad Waldsee. Hier machten wir noch einen kleinen Stadtspaziergang und entlang des Sees.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Dort fanden wir ein tolles, italienisches Restaurant mit Seeblick. Der Verdauungsspaziergang zurück zur Wohnung kam uns dann wie gerufen. Auf dem Weg holten wir uns noch ein Eis und genossen den restlichen Abend.


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    Tag 2, Sonntag

    Bad Waldsee - Stumm im Zillertal; Fahrzeit: 5 Stunden, 10 Minuten; Streckenlänge: 277,8 Kilometer


    Abfahrt am Sonntag war um kurz nach 9 Uhr vom Parkplatz der Wohnung. Der erste Weg war zur Tankstelle, um für den Tag gerüstet zu sein. Von der Tankstelle auf direktem Weg zum Bäcker, wo es ein herzhaft belegtes Brötchen mit einer Limo zum Frühstück gab.

    Der nächste (längere und unfreiwillige) Stop war am Großen Alpsee oberhalb von Immenstadt. Uns kamen schon mehrere Motorradfahrer grüßend, aber mit dem "Achtung"-Handzeichen entgegen. Wenige Meter später erfuhren wir, warum.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Allgemeine Verkehrskontrolle, aber nur für Zweiräder. Jedes Motorrad wurde rausgewunken, die Autos durften weiter fahren.

    Nun gut.

    • Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte.
    • Haben Sie etwas an Ihrem Motorrad verändert?
    • Markus und Paddy: nein.
    • Jan: Das, das, das und den Auspuff.
    • Ok, kann ich mal davon die Papiere sehen?
    • ...Stille
    • ...geschäftiges Suchen


    Blöd nur, dass die Papiere in keiner der üblichen Taschen auffindbar waren. Der Polizist war dann so nett, und ließ uns weiter fahren, mit der Bitte, daheim anzurufen, und die Eltern mit der Suche nach den Papieren zu beauftragen. Denn in Italien könnte es Probleme geben, wenn man kontrolliert wird.

    Bei Markus wurde noch der Vorderreifen aufgrund der geringen Profiltiefe bemängelt, bei Paddy war nix.

    Zwischen Immenstadt und Blaichach fuhren wir auf den Parkplatz eines Industriegebäudes unter das große Dach in den Schatten. Jan rief erstmal daheim an, Markus und Paddy machten eine kleine Foto-Session mit den Bikes.

    Nächster Fotostop war am Oberjochpass: Blauer Himmel, ein paar wenige Wölkchen und top Berg-Panorama, was will man mehr?


    Das Panorama ist leider zu groß zum hochladen, aber ich denke, jeder weiß, wie genial der Ausblick am Oberjoch beim beschriebenen Wetter ist ;)


    Also schnell einen Pass-Kleber gekauft und weiter ging's bei diesem genialen Wetter. In Oberjoch bogen wir nach rechts ins Tannheimer Tal ab, um kurz später die Grenze nach Österreich zu überqueren. Am Ende des Tannheimer Tals erwartete uns der Gaichtpass, dessen letzte Kurve uns im Tal in Weißenbach am Lech wieder ausspuckte.

    Hier hielten wir uns gar nicht lange auf, sondern fuhren direkt weiter nach Reutte in Tirol, vorbei an der allseits bekannten Tankstelle am Fernpass, um die Mopeds Richtung Plansee zu lenken. Dort machten wir erstmal eine ausgiebige Mittagspause.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Auch Kurt, das Krümelmonster, saß mit am Tisch und genoss die entspannte Sitzhaltung.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Gut gestärkt ging es danach weiter über den Ammersattel, welcher auch wieder über die deutsch-österreichische Grenze verlief und an dessen Ende wir uns südlich von Oberammergau wieder fanden. Ein Stück fuhren wir nach Süden, durch Garmisch-Partenkirchen durch, und weiter Richtung Wallgau. Auf dem Weg dorthin wurden wir aufgrund eines Motorschadens an einem Auto mit zehn Minuten Stau in der prallen Mittagssonne belohnt.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    In Wallgau zweigten wir an einer Kreuzung Richtung Vorderriß ab und mussten wenig später an einem Mauthäuschen anhalten, um den Wegezoll von 4€ für die Privatstraße Wallgau-Vorderriß zu entrichten. Eine geniale Straße, mitten im Wald, ohne Mittelstreifen, ohne Begrenzungspfosten, aber mit mehreren Parkplätzen im Wald, von denen wir einen für uns beanspruchten, um die auf den letzten Kilometern und im Stau verlorene Flüssigkeit aufzufüllen und Markus' Kette zu schmieren.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Am Ende der ca. 13km langen Straße erwartete uns das zweite Mauthäuschen, und wenig später fuhren wir zwischen fast blickdichten Büschen parallel zu einem See, dem Sylvenstein-Stausee. Als die Büsche den Blick auf den See freigaben, fühlte man sich direkt nach Kanada versetzt. Ein breites Tal mit dem See, eine große Brücke quer über den See, eingefasst von hohen, zum Teil noch schneebedeckten Bergen.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Nach diesem Fotostop fuhren wir ohne größere Pausen über den Achensee und den gleichnamigen Pass bis nach Jenbach am nördlichen Eingang des Zillertals, um die letzten Kilometer bis nach Stumm im Zillertal unter die Räder zu nehmen.

    Die Unterkunft hatte eine eigene Garage, ein großes Zimmer mit super Ausblick und lag fünf Gehminuten von einem genialen Restaurant entfernt, welches direkt an eine Metzgerei angeschlossen war, und somit qualitativ sehr hochwertiges Essen anbot.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Juni-Tour 2019, (C) Markus


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    Tag 3, Montag

    Stumm im Zillertal - Ebene Reichenau; Fahrzeit: 5 Stunden, 4 Minuten; Streckenlänge: 288,6 Kilometer


    Der Blick aus dem Fenster offenbarte strahlenden Sonnenschein, blauen Himmel, leicht gezuckerte Bergspitzen und sehr angenehme Temperaturen, um in den Tag zu starten.

    Abfahrt war pünktlich um 9.30 Uhr auf dem Vorplatz unserer Unterkunft.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Den restlichen Teil des Zillertals nach Süden brachten wir relativ schnell hinter uns. Dann wartete schon der erste Pass des Tages, der Gerlospass.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Nach einem kurzen Stop an der Mautstation und einem Stempel auf das Vorverkaufsticket ging es die schönen, lang gezogenen Kurven der Gerlos-Mautstraße den Krimmler Wasserfällen entgegen. Diese sahen wir aus der Ferne und fuhren auch direkt weiter, denn unser vierter Mitfahrer Tobi erwartete uns in Bruck an der Großglockner-Straße. Nach einer kurzen Begrüßung machten wir uns direkt auf den Weg zur Mautstation der Großglockner-Hochalpen-Straße.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Viele Motorräder standen auf den Parkplätzen direkt vor der Station, da sie alle noch Tickets kaufen mussten. Wir hatten unser Ticket schon und konnten direkt zur Schranke vorfahren. Auch hier ein Stempel und die geliebten Pass-Aufkleber für den Seitenkoffer und ab ging's. Die Straße ist ein Gedicht für jeden Motorradfahrer. 30 Kilometer, 40 Kehren, Panoramen im Hochgebirge, besser kann ein Tag nicht laufen.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Wir machten erst kurz unterhalb der Passhöhe den ersten Stop, da wir die unteren Kurven und Kehren genießen wollten. Auf dem Parkplatz gab es eine kurze Foto-Session mit den Mopeds vor dem Schnee, dann fuhren wir noch ein paar Kurven weiter zum Fuscher Törl, dem nächsten, bekannten Punkt auf dieser Straße.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Hier fanden wir einen netten Herrn, der ein Foto von uns vor dem Großglockner machte.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Wir waren aber noch immer nicht am höchsten Punkt der Straße angelangt, auch wenn es den Anschein hatte, da die Straße auf beiden Seiten des Fuscher Törls abstieg. Also schnell in den Sattel und weiter Richtung Hochtor-Tunnel, dem höchsten Punkt der Großglockner-Hochalpen-Straße mit 2506m.

    Kurz vor dem Tunnel war auf der rechten Seite ein Parkplatz, der freigeräumt war. Wir parkten die Mopeds direkt vor dem Schnee und realisierten erst in 10 Metern Entfernung, wie hoch der Schnee hier noch lag.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Ein paar Bilder und weiter ging's durch den an den Wänden vereisten Tunnel auf die andere Seite des Berges. Hier standen so viele Autos, dass wir direkt weiter fuhren, denn unser nächster Zwischenstop lag auch noch auf der Hochalpen-Straße: die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, welche zwei Tage vorher zum Glück zum Befahren freigegeben wurde. Von hier hatte man einen wunderbaren Blick auf den leider schon sehr klein gewordenen Gletscher und die umliegenden Bergspitzen.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Im Touri-Shop haben sich Jan und Markus dann noch die Special-Kleber gekauft und viel Ramsch gesehen. Tobi und Patrick genossen während dessen die Sonne und die Höhenluft von Kärnten. Es war kurz vor 14 Uhr und so langsam knurrten die Mägen lauter als die Motoren in der Motorbremse den Berg runter brummten.

    Da Markus schon mal in dieser Gegend Österreichs war, führte er die Gruppe zielstrebig zum Mölltaler Hof in Rangersdorf. Vom Mölltaler Pfännle bis zu Schlutzkrapfen landete alles auf dem Tisch.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Gut gestärkt ging es an die letzten 100km des Tages. Die waren entspannt auf Landes- und Bundesstraßen zu fahren. Durch Seeboden am Millstätter See durch, fuhren wir die Straße entlang des Millstätter Sees, um in Döbriach nach Nordosten abzubiegen und über Radenthein und Bad Kleinkirchheim nach Patergassen und schließlich Ebene Reichenau zu kommen. Dort fuhren wir an der Unterkunft vorbei zur nahen Tankstelle und direkt danach noch zum Supermarkt, da hier unsere erste Selbstversorger-Unterkunft war.

    Den Abend verbrachten Tobi, Paddy und Markus zuerst in der hauseigenen Sauna, danach kochten wir uns das im Supermarkt gekaufte, tranken jeder ein Bier und fielen später vom Essen und den Eindrücken des Tages gelähmt ins Bett.


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    Tag 4, Dienstag

    Ebene Reichenau - Nassfeld; Fahrzeit: 6 Stunden, 6 Minuten; Streckenlänge: 298,6 Kilometer


    Während alle anderen noch gemütlich im Bett lagen, machte sich Markus auf einen kurzen Gang zum Bäcker im Supermarkt, dann frühstückten wir alle und packten unser Gepäck zusammen und auf's Bike. Abfahrt war wie am Tag vorher um 9.30 Uhr.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Für unsere heutige Strecke mussten wir erstmal einen kleinen Zacken vor Villach schlagen, um nach Süden zu gelangen. Durch Villach durch war der Verkehr zwar Hölle, weil es Dienstagmorgen war und alle auf dem Weg zur Arbeit waren. Als wir Villach endlich hinter uns hatten, waren die Motoren warmgefahren, und wir konnten den ersten Pass des Tages, den Wurzenpass, unter die Reifen nehmen. Die österreichische Seite der Straße war gut in Schuss, sobald wir die Grenze zu Slowenien passiert hatten, wurde der Asphalt merklich schlechter, er ging in Schlaglöcher über.

    In Slowenien fuhren wir nur knapp 2 Kilometer lang eine gerade Straße bis nach Kranjska Gora, bevor das Navi nach rechts den Berg hoch verwies und wir den Vršič-Pass vor uns hatten. 50 Kehren auf 21 Kilometern sprechen für sich und sind auch genauso anstrengend, wie es klingt. Vor allem aufgrund der besonderen slowenischen Straßenverhältnisse, welche von asphaltiert über Kopfsteinpflaster in Kurven bis zu 20 Zentimeter hohen Bodenwellen reichten. Aber wir meisterten gemeinsam alles, was auf der Strecke lag.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Die Südseite des Vršič-Passes ohne Blessuren überstanden, befanden wir uns im Tal der Soča, einem türkis-blauen Fluss. Während wir dem Flussverlauf folgten, stieg die Straße schon langsam in die Höhe, wurde kurvig, führte durch einige Ortschaften. Eine Kurve schätzte Tobi falsch ein und kam sehr weit nach innen an den Randstein. Diesen streifte er mit seinem Vorderrad und die Regenrinne schob ihn mitsamt Motorrad Richtung Kurvenaußenseite. Er konnte dieses ungewollte Lenkmanöver des Motorrads noch abfangen, bevor die Leitplanke zu nahe kam. Wir stoppten kurz auf einem Parkplatz, um das Adrenalin loszuwerden und die Reifen und Bremsscheiben auf Beschädigung zu checken. Nichts passiert, nur der Schockmoment saß noch.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Wir folgten dem Flussverlauf ein weiters Stück, um dann nach Rücksprache mit allen übers Headset nach Norden Richtung Mangartpass abzubiegen. Der Mangartpass selbst ist eine Sackgasse mit einer Gipfelschleife. Dort gelangten wir aber heute gar nicht hin, da noch große Schneewehen die Straße versperrten und gerade von Bagger und Radlader geräumt wurden. Wir schauten uns das Ganze zu Fuß an und genossen die weite Landschaft im Hochgebirge.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Da es schon kurz nach 13 Uhr war und unser Frühstück nicht gerade üppig gewesen ist, vereinbarten wir, unten im Tal nach der nächstgelegenen Kneipe Ausschau zu halten. Wir wurden direkt am Straßenrand bei "Nono's Pizza Grill" fündig. Sehr lecker, genug zum trinken und ein Sonnenschirm über dem Kopf.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Sobald die Pizza verarbeitet war, schwangen wir uns wieder auf die Sättel. Knapp 20 Minuten später der nächste Stop mit Blick in die Richtung, in die wir mussten. Wir entschieden gemeinsam, die Regenklamotten schon mal anzulegen.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    8 Kilometer später nochmal ein schneller Zwischenstop an einer Tankstelle mit Berechnung einer Alternativroute bei schlechtem Wetter. Es war eine gute Entscheidung. Sowohl die Regenkombi als auch die Alternativroute. Aus Niesel wurde Starkregen, dann wieder Niesel, dann kam noch Hagel dazu, der hörte wieder auf und verwandelte sich in riesige Regentropfen, dann wieder ein paar hundert Meter Ruhe von oben.

    Gut eine Stunde zog sich das Wetter in dieser Reihenfolge über uns. Die Abkürzung der Tagesstrecke war zwar spannend von der Strecke, wäre aber bei Sonnenschein definitiv schöner gewesen. Die Route verlief irgendwann mal mitten durch den Wald, zwar auf einem geteerten Weg, welcher aber noch den Berg hoch ging und sich mit Kehren durch den Wald schlängelte. Nach jeder Kehre konnte es sein, dass vom Berghang Nadeln oder Laub in großen Mengen und Hügeln auf die Straße gespült waren. Später kam noch Nebel dazu, teilweise so dicht, dass Paddy ganz hinten von Markus zwei Mopeds weiter vorne trotz Warnblinker nichts mehr sah.


    Das spannendste war die Einfahrt in den Ort oben auf dem Bergplateau. Wir kamen aus dem Wald vom geteerten Weg auf Schotter, welcher durch Autos ausgefahren und durch den Regen ausgeschwemmt war. Die Mopeds hatten eine vorgegebene Fahrspur entweder rechts oder links, die Reifen standen teilweise 10 Zentimeter tief im Wasser, das den Berg flussartig runter lief. Um die ganze Weltuntergangs-Stimmung noch zu untermalen, donnerte und blitzte es über uns.

    Das war dann doch etwas zu viel des Guten und wir entschieden, zwischen den Häusern zu parken und einen Dachvorsprung als Regenschutz zu suchen, den wir dann auch fanden.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Eine halbe Stunde standen wir und warteten, beobachteten die Wolken, schauten auf's Regenradar (wenn es der Empfang mal hergab...) und beschlossen dann, als es nicht mehr donnerte, die Fahrt fortzusetzen.

    War dann auch eine gute Entscheidung, der Regen ließ mit der Zeit nach, es wurde trockener, der Himmel blieb aber bedeckt. Als wir endlich unsere unfreiwillige Offroad-Tour im Wald beendet hatten, fuhren wir durch viele italienische Dörfer, um in Gemona del Friuli das zweite Mal nach Norden abzubiegen, diesmal aber Richtung Ziel. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit entschieden wir uns bis Pontebba für die Strecke parallel zur Autobahn.

    In Pontebba tätigten wir noch unseren Einkauf fürs Abendessen und das Frühstück am nächsten Tag. 33€ für 4 Personen für Abendessen und Frühstück und ein paar Getränke ist für Italien annehmbar. Hinter Pontebba fuhren wir noch den letzten Pass des Tages hoch, den Nassfeld-Pass. Am "Gipfel" rüber auf die österreichische Seite, noch drei Kehren wieder den Berg runter und schon waren wir an unserer Unterkunft.

    Wir wurden empfangen, die Wohnung wurde uns gezeigt, und wir hatten den restlichen Abend für uns, inklusive Sonnenuntergang und einer kompletten Wohnung voller aufgehängter Kleidungs-Einzelteile zum Trocknen und einer Infrarot-Wärmekabine im Bad.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


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    Tag 5, Mittwoch

    Nassfeld: Wandern auf den Gartnerkofel


    Heute war unser erster "Entspannungs"-Tag. Entspannung deshalb in Anführungszeichen, weil wir nicht nur untätig in der Wohnung oder auf dem Balkon rumsitzen wollten, sondern die Umgebung am Nassfeld ein bisschen erkunden. Aber immerhin Entspannung vom stundenlangen sitzen auf dem Moped.

    Das Frühstück hatten wir ja am Vorabend schon in Italien besorgt, somit wachten nacheinander alle auf und begaben sich dann irgendwann gemächlich an den Tisch.

    Markus konnte schon eine halbe Stunde vor dem Wecker nicht mehr schlafen, weil alle anderen den Wald rund um die Unterkunft fällen wollten, somit nutzte er die Infrarot-Kabine als Muntermacher am Morgen.

    Um 11.30 Uhr saßen wir schließlich im Sessel-Lift Richtung Gartnerkofel, nachdem alle ihre Sachen für die Wanderung auf den Gipfel zusammengesucht und sich entschieden hatten, ob lange oder kurze Hose bei den Temperaturen auf dem Berg.

    Die Bahn brachte uns von unserer Unterkunft 500 Höhenmeter dem Ziel näher, wir befanden uns dann auf 1915m. Oben angekommen wurden wir schon das erste Mal von dem Panorama auf dieser Höhe erschlagen.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Doch wir wussten nicht, wie das Panorama oben auf dem Gipfel sein würde. Fast 300 Höhenmeter und eine gute Stunde später wussten wir es:

    Atemberaubend.

    Der Blick auf die österreichische Seite zeigte die vereisten Gipfel der Hohen Tauern ebenso wie den Großglockner, der 73km Luftlinine entfernt lag. Von der italienischen Seite zogen immer wieder mit hoher Geschwindigkeit dünne Wolken über den Gipfel.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Nach einer ordentlichen Bergsteiger-Mahlzeit mit Landjäger und Kaminwurz'n und ein paar schönen Bildern machten wir uns wieder an den Abstieg zwischen großen Geröllfelder und den noch übrigen Schneemassen. Wieder an der Gipfelstation des Lifts angekommen wurden auch noch ein paar Bilder geschossen, ehe wir uns (dem normalen Ski-Gedanken entgegen) in den Lift setzten und den Berg wieder runter fuhren.

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Da wir noch nichts zum Mittagessen hatten, liefen wir vom Lift zur Wohnung zurück, schnappten uns die Motorradschlüssel und Helme und fuhren ein kleines Stück den Berg hoch, um oberhalb des Nassfelds in einem Gasthof einen Platz mit Ausblick zu ergattern.

    Während wir auf das Essen warteten, zogen dunkle Wolken auf und es donnerte. Die Ansage eines Ortskundigen auf unsere Frage wie lange das Wetter noch bräuchte, bis es hier wäre, ließ uns in leichte Fress-Panik verfallen: 12 Minuten! So schnell kann doch kein normaler Mensch ein Tiroler Gröstl mit Spiegelei verdrücken...

    Juni-Tour 2019, (C) Markus


    Wir aßen schneller, aber ließen uns dennoch nicht hetzen und beobachteten mit einem Auge immer die Wolken. Kaum waren die Teller fertig, zahlten wir direkt und machten uns auf den Weg zurück zur Unterkunft, um nicht doch noch vom Regen überrascht zu werden. Die Wolken kamen rasch näher. Es regnete aber den ganzen Abend keinen Tropfen.

    Während wir die Wolken beobachteten, berieten wir uns über das noch ausstehende Abendessen. Es musste noch eingekauft werden.

    Markus erklärte sich aufgrund seiner wasserdichten Motorrad-Kleidung bereit, zum Supermarkt zu fahren, der im Tal lag. Als der Speise- und Einkaufsplan stand, machte er sich auf den Weg. Der Supermarkt direkt in Tröpolach hatte aber genau an diesem Tag nachmittags geschlossen. Von einem Barbesitzer gegenüber wurde der nächste Supermarkt in Hermagor, 8km entfernt, empfohlen.

    Also auf nach Hermagor. Beim Supermarkt angekommen wurden in der whatsapp-Gruppe erstmal Bilder von allem geschickt, was die Entscheidung aller erforderte, z.B. die Auswahl des Bieres oder sonstiger Getränke. Als das alles geklärt war, kam nach dem Bezahlen dann die Frage auf: wie transportiere ich auf dem Motorrad Bierflaschen? Koffer auf, 12er-Träger rein, restliche Einkäufe außenrum zum polstern und Koffer zu. Eigentlich ganz einfach.

    Wagen zurück und ab ging's zurück zur Unterkunft. Auf dem Weg dorthin noch ein kurzer Tankstop in Tröpolach, und dann mit Freude die Kehren im Wald hoch, um das Abendessen zu ermöglichen und gekühlte Sachen nicht zu lange ohne Kühlung zu lassen.

    Die Jungs standen schon in der Tiefgarage, um die Einkäufe in die Wohnung zu tragen.

    Paddy und Tobi kochten, Markus machte die Abrechnung der letzten Tage und Jan ließ sich von allem berieseln.

    Durch die viele frische Höhen-Luft waren alle ziemlich platt nach dem Essen. Dennoch wurde die Infrarot-Kabine zur Entspannung genutzt.



    Das war die erste Hälfte unserer Tour.

    Die zweite folgt im zweiten Bericht.


    Freut euch darauf ;)

    DLzG Markus

    Dateien

    Better drive to hell with friends, than live with idiots in paradise 8)

  • MadMax-Markus

    Hat den Titel des Themas von „Juni-Tour 2019 - Von Deutschland über AT und IT bis SLO“ zu „Juni-Tour 2019 - Von Deutschland über AT und IT bis SLO - Teil 1“ geändert.