Tagestour von Vorarlberg zum Vierwaldstädter See

  • Aus dem alten Forum vom 24.03.2019


    Relativ kurzfristig (im Vergleich zu anderen Treffen^^) hatten unsere Exilschweizer Angelika und Roland, der Peter und meinereiner eine gemeinsame Tour veranschlagt und heute war es dann auch schon soweit.


    Bereits um kurz nach 7:00 ging das Rollo hoch und das erwartete, traumhafte Wetter war tatsächlich da.

    Scarlett war nach der gestrigen Tour zwar etwas dreckig, aber immerhin vollgetank also schnell noch ein paar Brötchen als Jause schmieren, zwei Kaffe innen Kopp, das ganze Gerödel was ich so brauche von diversern Ladegeräten einsammeln und um kurz nach 8 gings dann schon los. Erstes Zwischenziel: Peter in Altstätten einsammeln.


    Wir fanden uns, sattelten auf und los gings über Appenzell und Urnäsch über die ersten lockeren Kurven zum Warmfahren nach Hemberg. Hier lud das Panorama mit Blick auf den Säntis zu einem ersten Zwischenstop:


    Irgendwie hat das Appenzell für mich was vom Auenland. Grüne Hügel, saftige Wiesen. Hoffe bloss, ich überfahr nicht mal aus Versehen einen Hobbit...


    Nach kurzer Rast ging es weiter über Wattwill nach Uznach zum Treffen mit Angelika und Roland. Typisch deutsch: die waren sogar 5 Minuten vor dem vereinbarten Zeitpunkt um 10:30 schon da. So lobe ich mir das!


    Hier begegneten sich dann Angelikas "Heart of Gold" (mit dem unendlichen Unwahrscheinlickeitsdrive als Ausgleich zu 50 Pferdchen) , Peters "Roberta", meiner Scarlett und Rolands immer noch unbenanntes Motorrad zum ersten Mal. Skeptisch wurde der österreichische Kürbis im Kreis der Japaner beäugt, aber schnell ins Rudel integriert. Nach ein wenig Small-Talk zum Aufwärmen rödelten wir dann auf und Peter erlebte erstmals Waldorf & Stattler, wie sie sich gegenseitig liebevoll wegen ihrer nicht immer funktionalen Intercoms anzickten. Roland war schon am fluchen wie ein Rohrspatz, schimpfte gekonnt über den ganzen Schnickschnack und sein Navi (wie Recht er doch damit hatte!^^) aber irgendwann waren wir abfahrbereit und so gings dann los. Angelika sicherte nach hinten ab, konnte uns also nicht viel passieren.


    Über Schwyz und Wangen war der nächste Stop das Sattelegg. Obgleich nur auf knapp 1200m gelegen, war die Anfahrt schon eine geile Nummer. Nicht ganz so breite Waldstraße mit schön vielen schnellen und ein paar langsameren Kurven, sehr angenehm zu fahren! Roland hatte scheinbar einen Kaffee zu viel erwischt und gab ordentlich Gummi. Gut, dass die Rennleitung scheinbar gestern Überstunden gemacht hatte, denn wir sahen sie nicht. Was normalerweise nicht viel bedeuten muss, aber es gab keine Stelle, an der sie sich wirkungsvoll hätte verstecken können. Unser Glück, denn Roland legte schon gut vor. Zu gut. Nach einer Ansage von Angelika ̶m̶̶u̶̶s̶̶s̶̶t̶̶e̶̶n̶ durften wir dann später etwas entspannter fahren.;)





    Weiter gings am Sihlsee vorbei, durch Euthal, Unterberg und Oberberg zum Ibergeregg, einem kleinen Skigebiet, in dem noch gut was los war. Landschaftlich reizvoll, fahrerisch auch dank Verkehr vor uns Hausmannskost ohne besondere Vorkommnisse. Wobei jetzt Hausmannskost ja auch nicht schlecht ist. Ist halt nicht immer Nobless Oblidsch oder wie das heisst.





    Bei einer kleinen Jause am Pass erzählte Angelika dann von einem Aussichtspunkt auf halbem Weg runter, an dem wir unbedingt ein Foto machen müssten. Also aufsatteln und weiter. Roland führte uns auch brav zum Aussichtspunkt, fuhr links ran, im Schneckentempo am Aussichtspunkt vorbei als würde er nach dem besten Platz für ein Bild suchen - und startete dann durch. Angelika, Peter und ich hatten gerade gehalten und waren etwas erstaunt. Aber gut, Motor wieder an und ab dafür, abgestiegen waren wir ja nicht.^^ Über Rickenbach und Schwyz ging es dann locker flockig nach Brunnen zum nächsten Stop.


    Roland quatschte zwei junge Asiatinnen an, die gerade mit mehren Handies simultan Fotos machten, und fragte ob sie vielleicht ein Gruppenbild von uns machen würden. Müssen die doch können, die fotografieren ja den ganzen Tag irgendwas. Sie waren zumindest sehr freundlich, positionierten uns kurzerhand um und das hat man dann davon:


    Seit wann bin ich eigentlich maximalpigmentiert? Egal, hauptsache die Neonstreifen leuchten schön! ;)


    Angelika wollte ein Eis, Peter "braune Brühe". Draußen war natürlich nichts frei, also verdrückten wir uns in einen schicken Laden, der zwar ein stylisches Klo, aber kein Eis hatte. Dafür ergatterte Roland einen Apfelstrudel. Über ein wenig Chit-Chat vergass Angelika das Eis, Peter und ich führten erfolgreich eine Koffein-Transfusion durch und die Zeche zahlten am Ende die Scheizer. Brav. Peter und ich hatten nämlich wohlweislich keine Franken einstecken. Der Wechselkurs ist ja auch gerade nicht so günstig... Revanche gibts dann beim KKT.;)


    Als letzte gemeinsame Etappe sollte Steg angefahren werden, bevor unsere Wege sich dann Richtung Heimat trennen würden. Sollte. Eigentlich. Na, wer erinnert sich noch daran, dass Roland schon am Anfang der gemeinsamen Tour über sein TomTom geflucht hatte? Was wir nun erleben durften, war Versagen der Technik par Excellence. Über Sattel, Biberbrugg und Schindeleggi sollte es über die tolle Brücke am Zürichsee nach Rapperswill gehen. Ging es auch, allerdings lotste uns Roland kurzfristig auf die A3, die wir nach kurzer Zeit zwar schon wieder verlassen durften, unseren Adrenalinpegel aber trotzdem kurzzeitig in die Höhe trieb: Peter und ich haben natürlich kein Pickerl für schweizer Autobahnen... und es kam, wie es kommen musste: hinter der Abfahrt gab es eine Kontrolle. Kurz vor uns hatte die eidgenössischen Rennleitung scheinbar einen Lambo aus dem Verkehr gezogen, trotzdem bedeutete man mir "langsam fahren" und Peter sah sogar ein "anhalten" und ignorierte es gekonnt. 240 SFr. Geldbusse wären Ösis sicher gewesen - übrigens auch Roland. Sein Picker liegt nämlich zu Hause auf dem Schreibtisch! :)


    Roland war eh schon weg um uns in einen ausgewachsenen Stau zu führen. Der Lambo war scheinbar interessanter als Peters Ignoranz der Rennleitung, zum Glück fanden wir uns anschließend alle im Stau wieder. Ziemlich exakt von Pfäffikon bis hinter der Brücke in Rapperswil. Wenicgstens hat es nicht geregnet...

    Über Rüthi und Wald sollte es weitergehen nach Steg. Konjunktiv. Tat es nämlich nicht. In Wald suchte sich Rolands TomTom einen denkbar schlechten Ort und Zeitpunkt, um durchzudrehen. Roland bog irgendwo ab, führte uns durch den Wald in Wald um nach ein paar Minuten etwas weiter unten am Berg wieder auf die Straße zu kommen, die wir eben schon gefahren waren. Damit nicht genug. Den schmutzigen Trick versuchte das TomTom dann nochmal. An exakt der gleichen Stelle. Nur ein gebrülltes "Nein, Roland, NEIN!" konnte verhindern, dass wir noch eine Runde drehten. Das hätte dann vermutlich so ausgesehen:


    Mein Garmin, das an einem schlechten Tag nicht unwesentlich besseres Verhalten an den Tag legte, blendete einen Smiley ein. Roland fuhr leicht genervt in die von mir angezeigte Richtung und alles war gut. Bis zur nächsten Abzweigung. TomTom war jetzt scheinbar im Biatch-Mode und wollte uns über unbefestigte Straßen in die Wallachei schicken, hatte aber die Rechnung ohne Anwohner der Einöder gemacht, die uns mit Handzeichen und "Kopf-ab-Gesten" begreiflich machten, dass wir in einen gesperrten Bereich einfahren wollten. Frustriert drehten wir um, um an einem nahegelegenen Parkplatz direkt auf der anderen Straßenseite unsere Optionen zu besprechen.Da keiner sich die Niederlage gegen TomTom eingestehen wollte (hämisches Kichern vom Garmin) entschied Geka aus der Not eine Tugend zu machen und so entstand diese zeitgenössische Dokumentation des Sieges von Neuronen über Elektronen:


    Leider trennten sich unsere Wege hier, da wir in unterschiedliche Richtungen mussten. Vielleicht auch zum Glück. Wer weiß, wo TomTom uns noch hingeführt hätte. Unbestätigten Gerüchten zufolge sind Geka und Roland jedoch wohlbehalten zu Hause angekommen.

    Peter und ich nahmen nach einer kleinen Suche nach einer Tankstelle noch den empfohlenen Umweg von Steg über Hulftegg.



    Ein paar entspannte Kilometer trennten uns noch von zuhause, und so wandelten wir wieder auf den bekannten Pfaden um Wattwill und Appenzell zu einem letzten Tankstopp für ein paar Liter Benzin für Scarlett. Runter nach Eichberg ging es noch gemeinsam, dann trennten sich auch Peters und mein Weg für heute. Wieder mal in Altstätten packte es mich aber noch einmal. Das konnte noch nicht das Ende sein! Also nochmal weiter Richtung Reute und Berneck ein paar Kurven räubern, bevor es mich dann doch wieder über die hart umkämpfte und bewachte schweizer Außengrenze der EU nach Lustenau führen sollte.


    Jetzt hatte ich auch den Kaffe auf, nach inzwischen 10 Stunden. Doch manchmal muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss! Die SB-Waschanlage hatte ich gestern schon ignoriert und auch wenn Scatlett sich zierte und in den Stall wollte, ging heute kein Weg dran vorbei:


    Anschließend gab es bei der nahegelegenen Tanke noch eine Dosis Nektar. Den Tankstop in der Schweiz hätte ich mir sparen können, waren aber auch nur 5 Liter (scheinbar ist in meiner Ahnenlinie irgendwo noch ein Schwabe versteckt!). Insgesamt 19l für 330km geht jetzt schon, knapp 6 l /100km. Da war die Gute auch schonmal durstiger.


    Um 18:13 stand Scarlett dann wieder im Stall und ich kann nur sagen: schön war´s! Danke Angelika, Roland und Peter für einen schönen Ausritt!


    Die Übersicht gibts hier.

    "Ich kenne die Hälfte von euch nicht halb so gut, wie ich es gern möchte, und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern, wie ihr es verdient." - Bilbo Beutlin

    3 Mal editiert, zuletzt von Erdna ()

  • Hallo Andre,


    ich bin einen Teil Eurer Tour gestern mal nachgefahren (Sattelegg, Iberegg und über Schindeleggi zurück). Wow - wusste gar nicht dass so eine interessante Strecke nicht weit von mir ist und ich diese nicht gekannt habe. Aber kalt war's gestern - am Iberegg 14°C! Und das im "Hochsommer"....


    Danke für den Tourentipp und weiterhin eine schöne Saison!


    Viele Grüße


    Kurt




  • Wow - wusste gar nicht dass so eine interessante Strecke nicht weit von mir ist und ich diese nicht gekannt habe.

    Das ist doch das schöne hier am Forum: es gibt immer wen, der was kennt, was man selber noch nicht kannte. ;)

    "Ich kenne die Hälfte von euch nicht halb so gut, wie ich es gern möchte, und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern, wie ihr es verdient." - Bilbo Beutlin